16.12.2016

Franziskaner und Reformation

Die Zeitschrift der Franziskaner - Ausgabe Winter 2016

Titel der Zeitschrift Franziskaner
Titel der Zeitschrift Franziskaner, Winter 2016
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Das Thema Ökumene hatte uns vor wenigen Jahren bereits in einer Franziskaner Zeitschrift beschäftigt. Während damals Fragen der Praxis vor Ort im Mittelpunkt standen, fragen wir dieses Mal nach historischen Bezügen, dem Verhältnis von Franziskus und Luther sowie der Bedeutung für heute.

Im Zeitalter der Reformation haben die christlichen Kirchen den Schulterschluss mit den Mächtigen gesucht, um ihre Relevanz zu sichern. Dabei haben sie Macht missbraucht und wurden missbraucht. Ob wir Christen künftig noch eine Bedeutung haben, wird davon abhängen, wie es uns gelingt, gemeinsam die befreiende Kraft des Evangeliums erfahrbar zu machen.

Jubiläen lenken den Blick zurück in die Geschichte. Das gilt auch für das Jahr 2017, in dem an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren erinnert wird. Im Zentrum steht nicht nur die Frage, welche Motivationen das komplexe Geschehen »Reformation« ausgelöst und in seinem Verlauf beeinflusst haben, sondern vor allem auch dessen ungeheure Wirkungsgeschichte bis heute. Große Schätze werden da neu ans Tageslicht kommen, aber auch viele Verletzungen und Erinnerung an Unrecht und Gewalt. Was vor 500 Jahren begann, ist beides: Reform der Kirche und Kirchenspaltung.

Geschichte ist wichtig. Sie schafft Identität. Aber es darf nicht beim historischen Erinnern bleiben. Identität auf Kosten anderer ist ein beliebtes Modell, doch es ist überholt. Identität formt sich an den Fragen der Gegenwart. Und hier stehen katholische und protestantische Christen heute vor Herausforderungen, denen sie, wenn überhaupt, nur gemeinsam begegnen können. Im Blick auf die Zukunft interessieren keine konfessionellen Unterschiede, sondern die Frage, ob Jugendliche in unserem Land morgen noch Christus kennenlernen. Der Einsatz für Menschen am Rand, der Schutz des Lebens, Gerechtigkeit, Frieden, Solidarität, die Bewahrung der Schöpfung, interreligiöse Verständigung – diese Themen gehen alle Christen an. Und an ihnen wird man uns messen, egal welches Gesangbuch wir benutzen.

„Die Erinnerung an die Vergangenheit ist kein Selbstzweck. Sie dient immer auch der Orientierung in der Gegenwart und der Gestaltung der Zukunft“, heißt es in dem gemeinsamen Wort der Katholischen und Evangelischen Kirche in Deutschland zum Jahr 2017. Es trägt den programmatischen Titel: „Erinnerungen heilen – Jesus Christus bezeugen“. Christus bezeugen, das Evangelium leben, darum ging es auch Franz von Assisi, der noch der ungeteilten abendländischen Kirche angehört.

Weitere Themen

  • Weihnachten – das Fest aller Feste?
  • Aktuelles: Flüchtlinge – aus den Augen, aus dem Sinn?
  • Franziskaner sein – Interview mit Bruder Marco Nobis
  • Spiritualität – der franziskanische Wegbegleiter
  • Kleines theologisches Wörterbuch: gerechtfertigt

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Tel.: 089 211 26-150, Frau Röckenwagner
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