24.10.2017 von Andreas Müller ofm

„Pro pope Francis“ – Solidarität mit Papst Franziskus

Internationale Initiative zur Unterstützung des pastoralen Kurses von Papst Franziskus

Mit seiner Enzyklika „Amoris Laetitia“ beschreitet Papst Franziskus neue Wege der Pastoral einer „Armen Kirche für die Armen“ und einem respektvollen Umgang mit der Schöpfung Gottes. Bild von Radio Vatikan.

Die Initiative „Pro Pope Francis“ richtet sich diese Tage mit einer weltweiten Unterschriftenaktion an alle Katholiken, die Papst Franziskus ermutigen möchten in seiner Vision von Kirche.

Das Bestreben des Papstes, um eine Kirche, die für die Menschen da ist, ihre Wunden verbindet und sich für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einsetzt steht ganz im Einklang mit der franziskanischen Theologie. Der geschwisterliche Umgang mit allen Geschöpfen bildet ein Grundelement des franziskanischen Selbstverständnisses und der franziskanischen Spiritualität. Aber auch von der Mehrheit der Christen weltweit wird der pastorale Kurs, den Papst Franziskus einschlägt, begrüßt. Ebenso sein Amtsverständnis in Rückbindung an die Botschaft Jesu, wie er es in seiner Enzyklika „Amoris Laetitia“ darlegt. Es gibt jedoch katholisch konservative Kreise, denen die Vision einer Kirche, wie sie Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Amoris Laetitia“ eröffnet, zu weit geht.

Pater Andreas Müller beleuchtet für uns den pastoralen Weg von Papst Franziskus und das Anliegen der Internationalen Initiative „Pro pope Francis“ aus franziskanischer Sicht. Der Franziskaner war viele Jahre Leiter der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn. Er gehört zum Internationalen Leitungsteam des CCFMC, einer weltweiten franziskanischen Organisation die sich dem spirituellen Erbe von Klara und Franziskus verpflichtet fühlt.


„Pro pope Francis“: Internationale Initiative zur Unterstützung des pastoralen Kurses von Papst Franziskus

Die Initiatoren sind der Wiener Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner und der tschechische Soziologe und Religionsphilosoph Tomas Halik. „Pro Pope Francis“. so heißt die Gruppe, in der sich Katholiken zusammengeschlossen haben, um Papst Franziskus öffentlich zu unterstützen. Sie reagieren damit auf Attacken gegen Papst Franziskus und das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“.

In einem Interview mit dem Domradio in Köln nennt Zulehner den Grund, warum es zu der Initiative kam. In einem offenen Brief übten vier Kardinäle harte Kritik. Sie nennen den Papst einen Häretiker. Vor kurzem hat eine sogenannte Gruppe der „62“ den Konflikt noch verschärft. „Das ist theologisch wie praktisch nicht mehr akzeptabel. Ich denke, man muss da eine Gegenposition sichtbar machen und die Verhältnisse wieder ins Lot bringen, um zu zeigen, dass eine sehr große Zahl gläubiger Menschen und engagierter, herausragender Persönlichkeiten des kirchlichen und öffentlichen Lebens diesen Papst wirklich willkommen heißt und sehr unterstützt“ sagt Zulehner. „Wir mussten uns aus unseren Sesseln erheben“ und uns zu Wort melden. Sowohl der Wiener Kardinal Schönborn wie auch Papst Franziskus haben bei der Veröffentlichung des päpstlichen Lehrschreibens „Amoris laetitia“ gesagt, dass es praktisch theologisch und dogmatisch betrachtet überhaupt nichts Neues ist.

Wir dürfen eben das Sakrament der Ehe nicht als herzlosen Gesetzestext verstehen, sondern als das Angebot eines barmherzig liebenden Vatergottes, das gerade in schwierigen Situationen Hilfe und Stärkung sein will. Der Papst wünscht, dass das liebende Erbarmen in der Gerechtigkeit Gottes wieder spürbar und zum obersten Maßstab für die Praxis der Kirche ist. Dann kann es einfach nicht sein, dass Menschen. deren Ehe in auswegloser Situation zusammengebrochen ist, nicht mehr am kirchlichen Leben teilnehmen können. Kardinal Pell hatte in einem Vorwort eines Buches einmal formuliert, dass es sein mag, dass Gott ihnen vergibt, aber die Kirche könne ihnen nicht vergeben. „Das ist theologisch gesehen die Selbstabschaffung der Kirche, wenn sie nicht erfahrbar macht, was Gott am Menschen tut“. Und es ist ein sehr fundamentalistisches Verständnis von der Unauflöslichkeit der Ehe, weil schon die frühe Kirche im Grunde gesagt hat, dass es bestimmte Situationen gibt, wo jemand den Eheverbund verlassen kann. Und seit dem 3./4. Jahrhundert ist dies in der Ostkirche durchgehende Praxis. Ihr wurde deshalb nie Häresie vorgeworfen.

Papst Johannes XXIII. und Papst Franziskus ähneln sich in ihrer kirchlichen Reformfreudigkeit und in ihrer Ausrichtung. Daran erinnert uns der argentinische Theologe und Papstberater Carlos María Galli. Beide Päpste reflektierten „die Zärtlichkeit Gottes“, beide verwiesen schon zu Beginn ihrer jeweiligen Amtszeiten auf die Barmherzigkeit Gottes. „1962 empfahl der als der Gute Papst bekannte Johannes XXIII zu Beginn des Konzils, die Medizin der Barmherzigkeit zu benutzen und den Prügelstock der Strenge in die Ecke zu stellen. Und 2013 sagte Franziskus bei seinem ersten Angelus „Gott ist Barmherzigkeit, er hört niemals auf, uns zu vergeben“. Als drittes Beispiel nannte der argentinische Theologe die besondere Aufmerksamkeit für die Armen, die beiden Päpsten ein Anliegen sei. „In seiner ersten Radiobotschaft zu Beginn des Konzils sagte Papst Johannes, die Kirche müsse in den unterentwickelten Ländern die Kirche aller sein, aber ganz besonders die Kirche der Armen. Und Papst Franziskus sagte sofort nach seinem Amtsantritt vor Journalisten, er wünsche sich eine arme „Kirche für die Armen.“

Franz von Assisi hatte vor 800 Jahren schon diesen Standortwechsel von den reichen Bürgern und der feudalen Kirche Assisis auf die Seite der Armen und Ausgegrenzten vor der Stadt vollzogen. In dem entstellten Gesicht eines Aussätzigen entdeckte er den gekreuzigten Jesus, der im reichen Bürgertum und der feudalen Kirche damals überhaupt nicht mehr in den Blick kam. In den Fußstapfen des armen Jesus von Nazareth wollte er den barmherzig liebenden Vatergott wieder in Erinnerung bringen. Genau das wollte Papst Johannes XXIII mit dem Konzil und ist das Grundthema von Papst Franziskus. Menschen, die Franz von Assisi nachfolgen, sollten deshalb ohne Zögern und mutig diese Bewegung „Pro Pope Francis“ unterstützen.

Wenn auch Sie das Anliegen von „Pro pope Francis“ unterstützen möchten: Hier können auch Sie sich eintragen  und Papst Franziskus auf seinem Weg ermutigen.

Ausführliche Hintergrundinformation zur Initiative „Pro pope Francis“

Enzyklika „Amoris Laetitia“


30 Kommentare zu “„Pro pope Francis“ – Solidarität mit Papst Franziskus

  1. Lieber Papst, ich bin keine Kirchengängerin mehr, ich fühle mich trotzdem als Kind Gottes und glaube daran, dass eine wohlwollende höhere Macht gut für mich sorgt. Ich warte darauf, dass ich irgendwann die Kirchen wieder dazu nutzen kann, in ihnen mit Menschen, zu denen ich mich hingezogen fühle voll Freude zu singen, zuzuhören und von mir zu erzählen. Auf Augenhöhe. Eben erwachsen, erfahren und mich nicht fürchten muss vor Langeweile oder dem Gefühl der Fremdherrschaft und der Unstimmigkeit.
    Ich freue mich über deinen offenen Blick…in die vielen Kameras, durch die ich dein Antlitz sehen kann und mich daran erfreue
    Ganz lieb Martha

  2. Danken wir für unseren Papst Franziskus, der den barmherzigen Heiland Jesus Christus verkündet als Grund und Wesen seiner Kirche und nicht unbarmherzige Durchsetzung von Gesetzen, auch überholte Traditionen. Beten wir mit ihm um lebenspendenden Wandel für die Kirche Christi!

  3. Ich vertsehe die ganze Aktion nicht. Ist es nicht selbstverständlich dem Papst als Oberhaupt der Kirche zu folgen?
    War die Kirche bisher etwa unbarmherzig gegenüber wiederverherateten Geschiedenen? Gelten Gottes Gebote jetzt nach nicht mehr nach den Worten der Bibel, sonder entscheiden demokratische Abstimmungen darüber?
    Unbarmherzigkeit erkenne ich aber leider in jeder Art der Verweigerung einer jeden Antwort , bezüglich unklaren Glaubensfragen oder der Verweigerung des Papstes die Dubia der Kardinäle zu beantworten.

  4. Lieber Papst Franziskus, meine Frau und ich schließen Sie täglich in unser Gebet ein. Wir wünschen von ganzem Herzen, daß Sie in der Nachfolge Christi stark und zuversichtlich bleiben und den Menschen wieder Hoffnung geben. Familie Klaus und Anna-Maria Hempel

  5. Die Gemeinsamkeit zwischen Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strom ist ermutigend und läßt hoffen, daß die beiden Kirchen aufeinander zu gehen müssen. Ich selbst als Katholik gehe schon lange regelmäßig auch in den evangelischen Gottesdienst bin dort als Lektor tätig und gehe zum Abendmahl. Ich denke katholisch(allumfassend) und evangelisch(Euangelion-Frohe Botschaft)

  6. Im Zeichen der Menschlichkeit wird der Christliche Glaube durch Papst Franziskus für viele glaubwürdig. Auch für Nichtchristen. Die Aktion gegen den Papst wird ,falls er zum tragen kommt, die katholische Kirche noch einsamer machen. Im Zeichen des Reformationsgedächtnisses sind Reformen ein Prozess der die Katholische Kirche weiterleben läßt.
    Der Papst Franziskus sollt laut die Zustimmung der großen Mehrheit der Christen erhalten.

  7. Es ist unglaublich. Ich habe mehrere Päpste erlebt und immer wieder erlebt, wie jeder Versuch, etwas in der Kirche zu erneuern, mit dem Satz abgeschmettert wurde, „das drf nur der Past entscheiden oder das geht die Gesamtkirche an, als Bischof darf ich nicht, kann ich nicht etc.“ Es hing mir oft an den Ohren heraus. Jetzt, wo sich dieser Papst darum bemüht…wird gegen ihn polemisiert. Wann ich nur wüsste, ob Austreten besser ist als Auftreten…

  8. Ich stehe voll und ganz hinter unserem hl.Vater- dem Nachfolger des hl.Petrus und Stellvertreter Gottes auf Erden.
    Möge der Hl.Geist ihm Kraft und Mut geben und ihn mit seinem Geist für all sein Tun erfüllen.

  9. Auch als evangelischer Christ fühle ich mich Papst Franziskus sehr verbunden und halte ihn für ein Geschenk Gottes an uns alle, denen Glaube und Kirche etwas bedeutet, seien wir katholisch oder evangelisch. Deshalb sollten wir für ihn und alle, die ihn unterstützen, beten.

  10. Ich unterstütze die Initiative „Pro pope Francis“ und wünsche dem Papst weiterhin ein erfolgreiches und segensreiches Wirken.

  11. Danke, dass der Hl. Geist die Wahl dieses Papstes ermöglicht hat! Papst Franziskus ist ein Mann unserer Zeit.
    Er staubt die Kirche ab von jahrhundertealter Verkrustung. Ohne Angst lebt er was er verkündet: Barmherzigkeit und ist damit ein treuer und mutiger Diener unseres gemeinsamen Herrn Jesus Christus.

  12. Christus ist nicht gekommen, um Machtstrukturen zu errichten, sondern den Menschen die Liebe Gottes zu zeigen. Dank an unseren Papst Franziskus, der dies wieder mehr bewußt macht.

  13. Ich bin evangelisch, aber Papst Franziskus gehören alle meine Sympatien und ich hoffe auf ein noch langes, segensreiches Wirken von Papst Franziskus.

      1. Richtig! dies – und auch das „Leben“ unserer christlichen Glaubensgrundsätze wie die Barmherzigkeit, die Nächstenliebe und die Armut ist die Ursache der Krankheit, unter dem dem die kath. Kirche heute leidet! Wer das Buch von Andreas Englisch „der Kämpfer im Vatikan“ gelesen hat, und wenn nur 50% von dem wahr ist, was er schreibt (er kann als Vatikan-Journalist sich auch nicht leisten, falsche Informatzionen zu verbreiten), der merkt, wie sich unsere katholische Kirche ins Abseits manövriert hat! Dazu zählt nicht nur der Vatikan!

  14. Es wird neuerdings in den Gemeinden viel über Strukturänderung und Schließung u.a.von Kirchen als Sparmaßnahme gesprochen. Wo bleibt die Seelsorge und die Glaubensvermittlung? Wie wäre es mit der Einsparung einiger Bistümer ? Da würden enorme finanzielle Mittel frei ,so dass man v.a. für Kinder und Jugendliche , die weithin keine Ansprechpartner in den Gemeinden mehr haben , Seelsorger einsetzen könnte.Woher ?? 1. das Pflichtzölibat aufheben ,2. verheiratete Priester wieder zulassen, die zu allermeist ihr Priesteramt unfreiwillig aufgeben mussten ,3.Zulassung von Frauen zum Priestertum : ich bin überzeugt, dass sich das Gemeindeleben in Deutschland wieder beleben würde

  15. Ich unterstütze das Wirken unseres Papstes Franziskus

    Mich beeindruckt das segensreiche Wirken unseres Papstes Franziskus. Deshalb unterstütze
    ich die Initiative „Pro Pope Francis“ zumal selbst evangelische Christen sich positiv äussern.

    unterstütze ich die Initiative „Pro Pope Francis“ zumal selbst einige evangelische Christen sich

  16. Ich unterstütze Papst Franziskus, weil er Kernbotschaften des Evangeliums wie Barmherzigkeit und Liebe in die Mitte seiner päpstlichen Amtsführung stellt.

  17. Ich danke unserem gütigen Gott dafür, dass Er uns, in dieser immer mehr materialisierten und herzloser werdenden Welt, diesen „Heiligen Vater“ geschenkt hat. Einen Papst der die Nächstenliebe zu den Armen, den Lazarus, in den Blickpunkt rückt, dem eine arme geschundene Kirche lieber ist als eine reiche, dogmatische und eine für die die ÖKUMENE eine erstrebenswerte Aufgabe für ein Allgemeine Umfassende Christliche Kirche darstellt.
    Nicht anders als Papst Franziskus sehe ich das kleine tapfere, todesmutige Mönchlein LUTHER vor 500 Jahren, das sich todesmutig gegen alle verkommene Obrigkeit stellte.
    Währe wahrlich eine Heiligsprechung wert gewesen. In diese Schar der Heiligen hat ihn sicher unser Herrgott längst eingereiht.
    Und nun kämpft ein Papst Franziskus wieder gegen eine mächtige Kurie und ihre orthodoxen Anhänger. Haben denn alle vergessen unter welchen Bedingungen JESUS seinen Weg , bis zum „bitteren Ende am Kreuz“ gehen musste?

  18. Dieser Mann ist für mich der grösste Papst aller Zeiten. Der erste, der ein würdiger Stellvertreter Gottes ist.
    Leider gibt es im Vatikan wenige, die ihn verstehen.

  19. Als Protestantin schaetze und bewundere ich Papst Franziskus, weil er sich um die Einigkeit aller Christen bemueht, um eine Oekumene, in der die theologischen Spitzfindigkeiten der verschiedenen Konfessionen zweitrangig werden.
    Es geht ihm doch in erster Linie um die Liebe zu den Menschen, der wichtigsten Lehre des Christentums, egal in welcher Kirche sie verkuendigt wird.
    Ich danke dem Papst, dass er ein Vorbild fuer Millionen ist. In diesem Sinn ist er auch fuer mich der Heilige Vater.

  20. Man kann Papst Franziskus nur unterstützen und für ihn beten, in seinem Bemühen fortzufahren, den Geist der Lehre Jesu von Liebe und Barmherzigkeit zu verkünden, um die von konservativen Kräften in seiner Umgebung verteitigten starren Fesseln (z.B. Ausschluss wiederverheiratet Geschiedener vom Kommunionempfang) zu lösen. Es ist gut, dass es Priester gibt die ihrem Gewissen folgen und diesbezüglich vorauseilenden Gehorsam praktizieren. Jesus hat seine Nähe keinem Menschen verweigert.

  21. Endlich eine Aktion zur gemeinsamen Unterstützung von Papst Franziskus in seinem Kampf um den wahren Glauben. Das er im konservativen Klerus zum Teil seine größte Gegnerschaft hat, ist eigentlich, für diejenigen, welche die wesentlichen Lehren von Christus – wie die Nächstenliebe, die Barmherzigkeit und die Armut ernstnehmen, undenkbar – ja unglaublich!

  22. „Papst Franziskus sieht in Deutschland eine Tendenz zum bürokratischen Überbau ohne Glaubensfundament. Es werden immer neue Strukturen geschaffen, für eigentlich die Gläubigen fehlen. Deutsche Bischöfe setzen großes Vertrauen auf die Verwaltung , auf den perfekten Apparat“ FAZ vom 25.12.2016, Nr.51
    Das muss ich leider bestätigen.
    Ich unterstütze Papst Franziskus bei seinem Bemühen, im Zuge der Erneuerungsprozesse in der kath. Kirche der Seelsorge den ersten Platz einzuräumen.

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