Im Land des Herrn | 71. Jahrgang | 2017 - 4

ie letzte Ausgabe des Heilig-Land-Heftes hat immer weihnachtlichen Charakter und darum begegnet Ihnen auf der Umschlag- seite eine etwas ungewöhnliche Darstellung der Gottesmutter Maria: eine riesige Ikone auf der Mauer in Betlehem, nur wenige Meter vom „Checkpoint 300” entfernt. Jeden Nachmittag versammeln sich Gläubige aus der Umgebung, Ordensleute aus Betlehem und Gäste, um dort den Rosenkranz zu beten. Es ist ein Gebet und gleichzeitig ist es eine stil- le Anklage gegen dieses menschenverachten- de Monstrum. Nur wenige hundert Meter vom Checkpoint entfernt befindet sich das Flücht- lingscamp „AIDA” und von dort berichtet ein Artikel, nämlich von der unermüdlichen Arbeit der Franziskanerinnen dort. Und damit sind wir auch schon ein wenig beim Thema dieses Heftes, was ich so formulieren möchte: „Starke Frauen im Heiligen Land”. Von denen gibt es viele und hier kann nur weni- ges beispielhaft erwähnt werden, wie eben die franziskanischen Schwestern oder die Grün- derin der Rosenkranzschwestern, die heilige Sr. Alfonsina Danil Ghattas, der sich ein weite- rer Artikel widmet. Die Rosenkranzschwestern sind eine Gründung speziell zur Unterstützung der pastoralen Arbeit des Lateinischen Patriar- chates und so findet man sie an vielen Punkten in Israel und Palästina, aber auch in Jordanien und anderen arabischen Ländern. Ich hatte die Gelegenheit, auch die Schule der Schwestern in Gaza zu besuchen. Bei israelischen Luftangriffen wurde ein Flügel ihrer Schule beschädigt – und trotzdem haben die Schwestern nicht auf bes- sere Zeiten gehofft, sondern sind tatkräftig ans Werk gegangen, haben die Schule wieder eröff- net, haben sofort wieder ein „Sommercamp” für die Kinder eingerichtet. Starke Frauen! Sehr verehrte Leserinnen und Leser, liebe Freunde und Wohltäter des Heiligen Landes! Lange habe ich nachgedacht, was ich Ihnen, den Lesern unseres Heftes, über das 800. Jubi- läum der Kustodie berichten könnte – vielfäl- tig waren die Aktivitäten und Feierlichkeiten. Natürlich gab es in Jerusalem eine ganze Reihe von Konferenzen und Gottesdiensten, aber es zeigte sich, dass dieses Jubiläum überall began- gen wurde, wo die Franziskaner ihre Niederlas- sungen haben: die Schulen und Pfarreien feier- ten das Jubiläum auf ihre Weise mit Sportveran- staltungen und Sommercamps, das Orgelfestival der Kustodie fand an den verschiedensten Plät- zen statt, Ausstellungen vergegenwärtigten die Präsenz der Mitbrüder in diesen 800 Jahren und ihre Arbeit auf den verschiedensten Gebieten. So wurde das Jubiläum wirklich ein „Fest für alle und an allen Plätzen”! Ein schönes Geschenk zu diesem Fest war wohl auch der inhaltsreiche und persönliche Brief des Hl. Vaters, Papst Franziskus, der sei- ne Freundschaft zu den Franziskanern des Hl. Landes ausdrückt. Die Freundschaft drückte sich auch aus in der für Papst Franziskus typi- schen Spontanität, als er bei seinem letzten Besuch in Jerusalem 2014 das Mittagessen mit den Kardinälen und Bischöfen wenige Stunden vorher absagte und sich bei den Franziskanern in St. Salvator einlud – wo ihn ein einfaches aber fröhliches Mittagessen für die weiteren Besuchspunkte stärkte. Gemeinsam mit den Kommissaren des Heiligen Landes wünschen wir Ihnen ein gesegnetes fro- hes Weihnachtsfest und alles erdenklich Gute für das kommende Jahr 2018! Ihr D 122

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