Franziskaner Mission 3 | 2017

Klara von Assisi war viele Jahre krank. Auch an ihrem letzten Weihnachtsfest 1252 konnte sie darum nicht am gemeinsamen Gebet ihrer Gemeinschaft teilnehmen. Unmittelbar nach ihrem Tod berichten Mitschwestern, sie habe aber in jener Heiligen Nacht auf wunderbare Weise das Stundengebet der Brüder in der gut zwei Kilometer entfernten Kirche des heiligen Franziskus gehört und die »Krippe unseres Herrn Jesus Christus« gesehen. Aus diesem Grund erklärte sie Papst Pius XII. am 14. Februar 1958 zur Patronin des Fernsehens – und damit sicher auch aller modernen Kommunikationsmittel. Heilige Klara, in der Weihnachtsnacht 1252 lagst Du krank im großen Schlafsaal von San Damiano, ganz allein, getrennt von Deinen Schwestern, weit weg von den Brüdern. Und doch warst Du mitten unter ihnen und hast gemeinsam mit ihnen staunend und voller Freude das Geheimnis der Menschwerdung gefeiert. Du, Schwester, Mutter, Weggefährtin, lass nicht zu, dass wir uns abkapseln und in uns selbst verschließen, sondern offen bleiben für Beziehung und Begegnung, auch dann, wenn wir uns einsam fühlen. Du, Meisterin der Kommunikation, eröffne uns Möglichkeiten, untereinander in lebendiger Verbindung zu bleiben trotz allem, was zwischen uns steht. Du, mutige Kundschafterin im Glauben, gib uns Phantasie und Kreativität, einen Zugang zueinander zu finden und Brücken zu bauen, wo es scheinbar keine Wege mehr gibt. Du, Frau mit Durchblick, bewahre uns davor, kurzsichtig hängen zu bleiben an trennenden Mauern, und lehre uns, tiefer zu sehen und zu entdecken, was uns vereint. Du, weitsichtige Seherin, schenke uns Deinen klaren Blick, der auch die Menschen in der Ferne als Nächste wahrnimmt. Du, vertraute Freundin des Herrn, führe uns ein in Deine Kunst, mit Jesus verbunden zu bleiben immer und überall. Amen. Cornelius Bohl ofm

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