Franziskaner Mission 2 | 2018

TITeL Das Titelbild zeigt Kinder der »St. Francis Secondary School« in Subukia (Kenia), die nach einer Studienwoche über das Thema »Frieden« im Kreis stehen und ihre offenen Hände nach oben halten. Die Schulkinder kommen aus ver- schiedenen Stammestraditionen, erfahren sich in ihrer franziskani- schen Schule aber alle als Gottes Geschöpfe und Geschwister. Sie suchen Frieden, den nur Gott schenken kann, der aber mit ihren Händen und Herzen gepflegt und erhalten werden will. Liebe Leserinnen, liebe Leser! suche Frieden – so lautete das Motto des dies- jährigen Katholikentags in Münster. Zehntausende Menschen haben dieses Treffen der katholischen Laienbewegung besucht und erfuhren bei zahl- reichen Veranstaltungen, was unter dem Begriff Frieden eigentlich gesucht werden sollte. Friede aus christlicher Sicht ist ja nicht nur die Abwesen- heit von Krieg. Friede ist darüber hinaus auch die Achtung der Menschenrechte, ein ehrlicher Dialog, gerechtes Miteinander, Bewahrung der Schöpfung, ein klares Nein zu jeglicher Art von Gewalt – um nur einige Aspekte zu nennen. Die vorliegende Ausgabe der »Franziskaner Mission« greift das Motto des Katholikentags auf und erweitert es nach Psalm 34, Vers 15: suche Frieden und jage ihm nach! Was bleibt und was kommt nach dem beeindruckenden Chris- tentreffen in der Stadt des Westfälischen Friedens? Natürlich sind Regierungs- und Nichtregierungsor- ganisationen bezüglich einer nachhaltigen Friedens- sicherung auch weiter in der Pflicht. Aber als Christ bin ich ganz persönlich mitverantwortlich, meine Kreativität, Talente und Kräfte in den Aufbau einer friedlichen Welt zu investieren. Ein Beitrag zum Frieden schaffen möchte dieses Heft sein. Die Artikel aus zahlreichen Ländern zeigen anschaulich, dass in unseren Initiativen und Projekten zugunsten von Verarmten und Ausge- grenzten konkrete Friedensarbeit geleistet wird. Unsere Nichtregierungsorganisation »Franciscans International« tritt unermüdlich für die Verteidigung der Menschenrechte ein. Die »franziskanische Initia- tive 1219« fördert, nach dem Beispiel des Franz von Assisi, den Dialog zwischen Kulturen und Religio- nen. Der »Franziskanische Dienst für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung« steht in vielen Ländern für Bewusstseinsbildung im Sinne eines menschlichen Miteinanders in Familie und Gesellschaft. Das »Franciscan Peacebuilding Center« in Kivumu in Ruanda leistet Versöhnungsarbeit in einem immer noch vom Völkermord gezeichneten Land. Wie das Titelbild zeigt, gehört in unseren Schulen Friedenstraining selbstverständlich zum Unterrichtsalltag. In einem der Beiträge macht ein vietnamesischer Franziskaner deutlich, dass in seiner asiatischen Heimat – nicht nur wegen der Spätfol- gen des Vietnamkriegs – konkrete Friedensarbeit die Brüder umtreibt. Im Johannesevangelium 14,27 sagt Jesus: »Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich Euch.« Das heißt nicht, dass wir uns damit aus unserer Mitverantwortung stehlen können. Ganz im Gegenteil: Angesichts so vieler gewalttätiger Konflikte und halbherziger Friedensbekundungen sind wir aufgefordert, dem gottgestifteten Frieden nachzujagen und seine Anwältinnen und Anwälte zu sein. So wie der Heilige aus Assisi es mutig getan hat. Die Malerei aus Südamerika auf unserer Mittelseite stellt Franziskus mit seiner unerschrockenen Friedens- botschaft mitten in der offenen »sozialen Schere« dar. Franziskus ermutigt uns, auch die vielen kriegsähnli- chen Zustände in menschenverachtenden Systemen in den Blick zu nehmen. Mit dem Wolf-Zähmer von Gubbio wollen wir Instrumente des Friedens sein und Friedenslichter, die unsere Welt heller machen – auch nach Münster! Ihnen allen dankbare Grüße, P. Alfons schumacher ofm Leiter der Franziskaner Mission München 3

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