Franziskaner Mission 3 | 2018

Titel Unser Titelbild ist diesmal eine bunte Collage von frohen Gesich- tern aus der jungen Generation von heute. Diese Jugendlichen repräsentieren die vielen Pro- jekte der Franziskaner Mission in Südamerika, Afrika und Asien, die besonders jungen Menschen nachhaltige Zukunftsperspektiven, besonders durch solide Bildung, erschließen wollen. Ihnen soll die Gewissheit gegeben werden, dass sie zum Leben berufen sind. Liebe Leserinnen, liebe Leser! Vor einigen Wochen besuchte ich eine Schule hier in München. Im Habit kam ich in die Klasse. Da wurde ich gefragt, ob ich denn ein »richtiger Franziskaner« sei. Ein Junge, der meine Kutte mit großen Augen bestaunte, sagte spontan: »Ist ’n bisschen aus’m Trend!« Seine ehrliche Mei- nung war ein gelungener Einstieg in unsere Reflek- tion über franziskanisches Engagement weltweit. Schon vor 800 Jahren sind Franz von Assisi in seinem einfachen Bauerngewand viele junge Menschen gefolgt. Sie waren beeindruckt von sei- ner radikaler Einfachheit und unbeirrten Option für die Armen. Damit bewies er, dass die über tausend Jahre alten Werte der Frohen Botschaft eines Jesus von Nazareth keinesfalls »aus dem Trend« waren. Ganz im Gegenteil: Die Jugend im damaligen Italien spürte einen großen Hunger nach Menschlichkeit (vgl. Mt 5,6). Die wichtigsten Gebote Jesu, Gottes- und Nächstenliebe, wollten sie wieder beachtet wissen. Heute gehört ein Viertel der Menschheit zur Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen. Ihren Lebens- und Kulturwelten will Papst Franziskus eine Weltbischofssynode widmen, die vom 3. bis 28. Oktober 2018 in Rom stattfinden soll. Der Papst macht damit deutlich, dass sein jugendbewegender Namensvetter aus Assisi auch nach 800 Jahren nicht »aus dem Trend« ist. Als Leitwort der Synode wählt er: »Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunter- scheidung«. Seit seiner Wahl zeigt Papst Franziskus ein Herz für junge Menschen. Er besuchte Jugend- gefängnisse und setzte dort am Gründonnerstag mit der Fußwaschung ein klares Zeichen für Barm- herzigkeit. Im Juli 2013 lud er in Rio de Janeiro die Jugend der Welt zum entschiedenen Einsatz für mehr Menschlichkeit ein. Angesichts junger Flücht- linge auf der italienischen Insel Lampedusa redete der Papst der Weltgemeinschaft ins Gewissen, nicht die Sensibilität zu verlieren. Bei meinen Besuchen in Schulen und Pfarreien möchte ich der jungen Generation deutlich machen, dass der selbstlose Einsatz von Menschen für Menschen überall in der Welt auf gar keinen Fall »aus dem Trend« ist. Wenn es auch eine große Vielfalt von möglichen Lebenswegen gibt, sind alle Menschen im Blick auf ihre Zukunft zum Leben berufen . Die vorliegende Ausgabe unserer Zeitschrift stellt dafür anschauliche Beispiele aus den Missionsgebieten vor. Außerdem werden in sogenannten Spiegelbildern Ähnlichkeiten und Unterschiede junger Menschen in verschiedenen Kulturkreisen deutlich. Die Mittelseite möchte für deutsche Kinder- und Jugendgruppen eine Einla- dung sein, über ihren Tellerrand zu schauen und sich mit jungen Menschen in anderen Ländern zu vernet- zen. Beispiele dafür stellen wir auch vor. Die Rückseite zeigt in einer Bildfolge, wie freundlich und aufmerk- sam Papst Franziskus heute Jugendlichen begegnet. Schließlich: Ganz bestimmt ist ein bärtiger Mann mit langem braunen Kleid, Kapuze und einem weißen Strick um den Bauch heute völlig »aus dem Trend«. Aber dieses ganz andere Outfit ist für mich eine Erinnerung an den entschiedenen Einsatz eines Franz von Assisi für Menschlichkeit und Nächstenliebe. Ein großes Dankeschön an alle, die uns in diesem Geist treu und großzügig unterstützen. Frieden und alles Gute, P. Alfons Schumacher ofm Leiter der Franziskaner Mission München 3

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