07.06.2017 Stefan Federbusch ofm

27 Elemente franziskanischer Spiritualität: 10. Kreativ und schöpferisch sein

Die Berufung von Franziskus war es, das Evangelium (griech. = gute Nachricht) zu leben. Bedingt durch die Vielfalt des Evangeliums ist es immer nur möglich, bestimmte Aspekte hervorzuheben und in eine bestimmte Lebensweise umzusetzen. Die Spiritualität (spiritus: latein. = Geist) eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen ist daher geprägt von dem Blickwinkel, von dem er bzw. sie auf das Evangelium schaut und von den Erfahrungen, die sein bzw. ihr Leben geprägt haben.

Da auch das Leben und Wirken von Franziskus äußerst vielfältig und vielschichtig ist, beschränkt sich die Darstellung auf einige wesentliche Grundzüge seiner Spiritualität sowie kurzer Hinweise auf Bestandteile einer franziskanischen Spiritualität heute.


In 27 Elementen reflektiert Bruder Stefan Federbusch die franziskanische Spiritualität und ihre konkrete Umsetzung. Franziskus nahm die Schöpfung Gottes mit allen Sinnen wahr. In seinem Sonnengesang kommt das besonders zum Ausdruck. Das Leben Jesu, so wie es im Evangelium geschildert wird, versuchte er zu „verlebendigen“. Ein besonders schönes Beispiel ist hierfür die Inszenierung des Weihnachtsgeheimnisses in Greccio. So verweist die Betrachtung des 10. Elementes franziskanischer Spiritualität auf die Sensibilisierung der Schöpfung hin.

27 Elemente franziskanischer Spiritualität

10. Kreativ und schöpferisch sein

Franziskus war erfüllt von schöpferischer Kraft. Gern sang er seine Lobgesänge auf französisch (obwohl er die Sprache nur unzureichend konnte), er nahm sich zwei Stöcke und spielte darauf wie auf einer Geige (vgl. 1/2 C 127), er dichtete und komponierte in großer Sprachfülle den Lobpreis Gottes, den Sonnengesang und das Passionsoffizium. Das zentrale Heilsgeheimnis von Weihnachten stellte er als Krippenspiel nach (1/2 C 84).

Am Ende seines Lebens teilte er mit seinen Brüdern Brot, wie es Jesus beim Abendmahl getan hatte. In großer Freiheit und sensibler Kreativität gestaltete er immer wieder situationsbezogene Rituale, um seine Brüder auf wichtige Aspekte hinzuweisen, so bei den verschiedenen Ascheritualen (vgl. 1/2 C 51; 1/2 C 110; 1/2 C 61; 1/2 C 207).

Kreativ und schöpferisch sein bedeutet heute:

  • Den Glauben lebendig gestalten
  • Kreativer Umgang mit Ritualen und Symbolen

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