03.04.2017 Bruder Stefan Federbusch

27 Elemente franziskanischer Spiritualität: 3. Universal Denken, Fühlen und Handeln

Die Berufung von Franziskus war es, das Evangelium (griech. = gute Nachricht) zu leben. Bedingt durch die Vielfalt des Evangeliums ist es immer nur möglich, bestimmte Aspekte hervorzuheben und in eine bestimmte Lebensweise umzusetzen. Die Spiritualität (spiritus: latein. = Geist) eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen ist daher geprägt von dem Blickwinkel, von dem er bzw. sie auf das Evangelium schaut und von den Erfahrungen, die sein bzw. ihr Leben geprägt haben.

Da auch das Leben und Wirken von Franziskus äußerst vielfältig und vielschichtig ist, beschränkt sich die Darstellung auf einige wesentliche Grundzüge seiner Spiritualität sowie kurzer Hinweise auf Bestandteile einer franziskanischen Spiritualität heute.


In 27 Elementen reflektiert Bruder Stefan Federbusch die franziskanische Spiritualität und ihre konkrete Umsetzung. In dem einen Gott ist alles enthalten: Welt, Mensch und jede Kreatur. Dieses universale Denken des heiligen Franziskus beinhaltet das dritte Element franziskanischer Spiritualität.

27 Elemente franziskanischer Spiritualität

3. Universal Denken, Fühlen und Handeln

Im Denken, Fühlen und Handeln von Franziskus ist ein universaler Grundzug erkennbar. In seinen Schriften gebraucht er häufig das Wort „alles“, Kennzeichen seines leidenschaftlichen Temperamentes, seines weiten Herzens und seiner weltumspannenden Mystik. Besonders zum Ausdruck kommt sein Universalismus in seinem Stoßgebet „Mein Gott und Alles“ („Deus meus et omnia“; vgl. Opucula Actus, caput I). Das zentrale Geheimnis, der Eine Gott, enthält alles, die ganze Welt, die Schöpfung, alle Kreaturen, jeden Menschen. So heißt es in 1/2 C 165: „Auf den Spuren, die den Dingen eingeprägt sind, folgte er überall dem Geliebten nach und machte alles zu einer Leiter, um auf ihr zu seinem Thron zu gelangen.“ Und an anderer Stelle: „Als ihn eines Tages ein Bruder fragte, warum er auch die Schriften der Heiden und solche, in denen der Name des Herrn nicht stand, so eifrig sammle, antwortete er: ‚Mein Sohn, weil in ihnen die Buchstaben vorkommen, aus denen man den glorwürdigen Namen des Herrn zusammensetzen kann. Auch eignet das Gute, das sich dort findet, nicht den Heiden noch irgendwelchen Menschen, sondern Gott allein, dem jegliches Gute zu eigen gehört’“ (1/2 C 82). „Da ich Knecht aller bin, so bin ich verpflichtet, allen zu dienen“, schreibt Franziskus im zweiten Brief an die Gläubigen. Er erfährt sich als von Gott herkommend, durch ihn erlöst, von ihm geliebt und getragen. In dieser Freiheit und Weite, in dieser Rückbindung an Gott als den „Reichtum zur Genüge“, als „Zuflucht“ und „unsere ganze Wonne“ (LobGott) können seine Brüder und er ‚um Gottes willen’ Knechte und Untergebene ‚jeder menschlichen Kreatur’ sein“ (1/2 Gl 47). Das „Kloster“ ist für ihn die Welt.

Universal Denken, Fühlen und Handeln heute

  • Die Welt als Einheit wahrnehmen und verstehen

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