„Das war ein heiliger Mann…“

Am 21. August 1901 verstarb im Franziskanerkloster Gorheim der Franziskaner Alois Lauer OFM

Bei den Franziskanern ist das Gedenken an unsere Verstorbenen eine wichtige Tradition. Im täglich verlesenen Totenbuch hören wir von interessanten Pesönlichkeiten und ihren Lebensgeschichten. In einer Serie erinnern wir an diese Menschen.


Pater Alois Lauer OFM
* 28. August 1833 in Katholisch-Willenroth
† 21. August 1901 in Gorheim

„Das war ein heiliger Mann…!“ Christoph Lauer, so sein Taufname wurde am 28. August 1833 in Katholisch-Willenroth geboren. Nach Besuch des Gymnasiums in Fulda wurde er im Alter von 17 Jahren in das Noviziat der Franziskaner der damaligen Kustodie Thuringia aufgenommen und erhielt den Ordensnamen Alois.

Schon wenige Monate nach seiner Priesterweihe 1856, Alois ist gerade 23 Jahre alt, wird ihm die erste verantwortungsvolle Aufgaben anvertraut: Als Noviziatsmagister ist er für die Novizen und Kandidaten der Klostergemeinschaft verantwortlich. Bereits mit 26 Jahren wird er zum Guardian des Klosters Frauenberg gewählt.

1876 übernimmt Pater Aloisius im Alter von 34 Jahren die Leitung der durch die Wirren des Kulturkampfes bis auf 74 Mitglieder geschrumpften Kustodie Thuringia. In diesem Jahr werden viele Franziskaner aus ihren Klöstern vertrieben. Damit die Ordensgemeinschaft nicht ganz untergeht, gründet er für die aus ihren Klöstern vertriebenen Brüder mehrere Niederlassungen in verschiedenen Ländern. Unter anderem in Holland, Belgien, Frankreich und den USA.

Die Menschen, denen Aloisius begegnet, schätzen ihn besonders wegen seiner Feinfühligkeit und seines seelsorglichen Engagements. Besonders seine Fastenpredigten und Missionen sind gefragt. Der Seelsorger zeichnet sich vor allem durch seine Warmherzigkeit und seine Güte aus. Dabei gilt seine Sorge auch besonders den Armen und Bedürftigen. So mancher bezeichnet ihn als den „heiligen Mann“.

Mit der Wahl zum Generaldefinitor des Franziskanerordens beim Generalkapitel 1881 siedelt Pater Alois nach Rom über, wo er nun Aufgaben für den Gesamtorden übernimmt. 1889 wird er in das Amt des Generalprokurators gewählt. Sein Anliegen, die verschiedenen Familien und Ordenszweige des Franziskanerordens zu vereinigen, treibt er mit Gespür und großem Einsatz voran. Papst Leo XIII beruft ihn als Leiter der Kommission für die Ausarbeitung der neuen Statuten und für die vorbereitenden Arbeiten zur Vereinigung des Ordens.

Am 4. Oktober 1897 wird er zum 1. Generalminister des vereinten Franziskanerordens ernannt, mit dem päpstlichen Auftrag die angestrebte Union des Ordens zu verwirklichen.

Schwer erkrankt kehrt er in seinen Heimatkonvent Gorheim zurück, wo er am 21. August 1901 im Alter von 68 Jahren stirbt. In der Gruft des Franziskanerklosters auf dem Frauenberg in Fulda wurden seine Gebeine unter dem Hauptaltar der Kirche beigesetzt. Ein großformatiges Relief erinnert daran, wie Papst Leo XIII. Alois Lauer am 4. Oktober 1897 die Unionsbulle Felicitate quadam überreicht. Er war der erste deutsche Generalminister des vereinten Franziskanerordens.

Mit ganzem Herzen Seelsorger, verstand es Pater Alois seinen pastoralen Auftrag mit den drängenden Aufgaben seiner Zeit zum Wohl der bedürftigen Menschen und der franziskanischen Bruderschaft zu verbinden.

 

Portrait von Pater Alois Lauer OFM; Erster Deutscher Generalminister des geeinten Franziskanerorden. Relief mit der Übergabe der Vereinigungsbulle durch Papst Leo XIII in der Gruft des Franziskanerklosters auf dem Frauenberg in Fulda.
Bild von P. Cornelius Bohl.

 


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