Bruder Elias Kehrer verstorben

Nach einem schweren Schlaganfall rief der gütige Gott unseren Bruder Elias am 03. Juni 2019 in sein Friedensreich

Bruder Elias Kehrer ofm
* 13.04.1964 in Wangen † 03.06.2019 in Frankfurt (Neurologische Klinik).

„Es war wunderbar!“ Wenn Bruder Elias wieder einmal ein Konzert in der Schule oder Pfarrkirche besucht hatte, dann war dieser Satz oft seine Zusammenfassung. Und wir glaubten ihm, weil diese Worte aus ganzem Herzen kamen. Denn so war Elias.

Am 13. April 1964 wurde Andreas seinen Eltern Carl und Gerlinde Kehrer in Wangen geboren, am 1. Mai 1964 getauft. Er war das dritte von fünf Kindern. Seine große Familie lag ihm sehr am Herzen. Uns fiel es oft schwer, bei seinen Erzählungen den Überblick zu behalten. Für fast jede Situation des Lebens hatte er ein Beispiel aus der eigenen Familie. Voll Liebe sprach er immer von allen.

Als Sechszehnjähriger fand Elias schon sein Lebensmodell. Er zog ins sog. “Bubenklösterle“ im Klösterle in Wangen. In einer Art frommen „Jungen-WG“ lernte er die Franziskaner und Franziskus kennen. In dieser Zeit erwarb er auch seinen Hauptschulabschluss in der Waldorfschule. Er bestätigte, dass er „tatsächlich gelernt habe, seinen Namen zu tanzen“. Er tat es aber nicht. Geschult wurde dort auf jeden Fall sein feines Gespür für die „Zwischentöne des Lebens“. Elias beendete eine Schneiderlehre mit dem Gesellenbrief und einem himmelblauen Habit. Am 18. Juni 1985 trat er in Marienthal ins Postulat ein. Seit dem 28. September 1985 gehörte er zum letzten Noviziatskurs in Fulda und zum ersten in Kelkheim. Wir wurden seine zweite Familie, die er wie die erste liebte, aber auch manchmal an ihr litt. Doch nie hat er ein böses Urteil über einen Menschen gefällt. „Ich mag das nicht“, sagte er.

Elias war leutselig, d.h. er liebte die Menschen. „Er wirkte sehr ruhig und ausgeglichen, hat aber auch das ‚lebendige Leben‘ gesucht“, beschrieb ihn jemand. Seine Einsatzorte zeigen dies. Von September 1986 bis 1992 arbeitete er auf der Fuldaer Krankenstation als Krankenbruder. In seinen Erzählungen empfanden wir den tiefen Respekt, den er den alten und gebrechlichen Brüdern entgegenbrachte. Von August 1993 bis Oktober 1995 sorgte er für die Menschen in Marienthal. Von Oktober 1995 bis Januar 1997 versah er den Pfortendienst in Freiburg. Ab Januar 1997 bis zur Auflösung des Konventes im Sommer 2016 war er Pförtner und Sakristan im Weggental. Das war seine „große Zeit“. Fast wäre er zum „Ehrenbürgermeister“ gewählt worden – nur so zum Scherz. Wer wirklich liebt, der wird zurückgeliebt.

Ab 1. November 2016 lebte Elias mit uns in Großkrotzenburg. Nach zwei Monaten kannte er hier mehr Menschen als andere nach zwei Jahren. Gerne vertrat er die Brüder des Konventes bei Veranstaltungen der Schule, bei Pfarrfesten und beim Fasching der Gemeinde. „Ich sah ihn oft. Ich mochte ihn“, sagte jemand. Als seine Krankheit ihn immer mehr ans das Haus fesselte, kamen die Leute zu ihm. Da saß er zugewandt in der Rekreation und war ganz da.

Am 1. Juni erlitt Bruder Elias einen schweren Schlaganfall. Am 3. Juni gab er sein Leben in die Hände des Vaters zurück. Jetzt kann er nun neu sagen: „Es ist wunderbar!“

Ich bin nicht allein,
denn der Vater ist bei mir.
Joh 16, 32 (Tagesevangelium)

Der Auferstehungsgottesdienst ist am Freitag, dem 7. Juni 2019, um 14:00 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin in Wangen im Allgäu. Die Beisetzung erfolgt anschließend auf dem Friedhof der Gemeinde.


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