27.10.2020 Franziskaner Mission

Erstickter Schrei – Corona-Lernprozesse weltweit

Die Missionszeitschrift der Franziskaner, Ausgabe 3/2020

Erstickter Schrei – Corona-Lernprozesse weltweit. Die Missionszeitschrift der Franziskaner, Ausgabe 3/2020
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„Schon wieder Corona!“ So reagierte einer unserer Ordensbrüder auf die neue Ausgabe unserer Missionszeitschrift. Eigentlich hatte das Redaktionsteam für die FM 3-2020 ein ganz anderes Thema vorgesehen. Aber nach vielen Kontakten mit unseren Partnern in den Missionsgebieten und den Unterstützerkreisen der Franziskaner Mission hier in Deutschland wurde klar, dass kein Weg an der noch immer grassierenden Pandemie vorbeiführt.

Inspiration für die thematische Neuausrichtung dieses Heftes kam von einem Wort des Schriftstellers Leo Tolstoi: „Wenn uns etwas aus dem gewohnten Geleise wirft, bilden wir uns ein, alles sei verloren; dabei fängt nur etwas Neues, etwas Gutes an.“ Analytiker der aktuellen Krise mahnen, dass nachher nicht alles wie vorher sein kann. So auch Papst Franziskus in seiner neuen Enzyklika „Fratelli tutti – Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft“, in der er eine gerechtere Weltordnung fordert, die den Menschen und seine unveräußerliche Würde in den Mittelpunkt allen wirtschaftlichen und politischen Handelns stellt.

Neben einigen grundsätzlichen und sehr persönlichen Beiträgen geht es in dieser Ausgabe um authentische Zeugnisse unserer Projektträger in Bolivien, Brasilien, Ostafrika und Vietnam. Wir haben ihnen unter anderem folgende Fragen gestellt: Welche Konsequenzen hat die Pandemie für das Projekt? Hat sich in der Krise bisher schon etwas positiv verändert? Gibt es unter den Verantwortlichen Überlegungen für einen neuen Alltag danach? Welche Verbesserungen müsste es nach Corona geben? Wäre zum Beispiel eine Vernetzung mit ähnlichen Projekten möglich? Wie kann Prävention angesichts zukünftiger Krisen aussehen? Das Ergebnis unserer Befragung liegt Ihnen mit dieser Ausgabe vor. Wir sind noch mitten in der Pandemie, aber das Bewusstsein wächst, aus dieser Krise Neues für eine bessere Zukunft lernen zu können und zu wollen. Viele Lichtblicke geben Hoffnung.

Während der Redaktionsarbeit schickte uns der brasilianische Franziskaner und Künstler Bruder Zacarias Nunes Lopes eine beeindruckende Malerei. Spontan haben wir uns entschieden, dieses Kunstwerk als Titelbild zu wählen. Es zeigt im Mittelpunkt einen indigenen jungen Menschen, der zwischen seinem natürlichen Lebensraum und den Elendsvierteln seiner Heimat steht. Durch die zunehmende Zerstörung des Regenwaldes, noch verstärkt in dieser Pandemie, droht den indigenen Völkern im Amazonasgebiet eine wachsende Entfremdung und ein Abrutschen ins Elend der Städte. Auf der Gesichtsmaske lesen wir: „GRITO SUFOCADO“ – Erstickter Schrei. Dabei hat der Künstler vor allem staatliche Repressionen gegen zahlreiche Organisationen und Initiativen im Blick, deren Schrei nach mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit erstickt werden soll. Aber die Corona-Lernprozesse weltweit, wie die Beispiele in diesem Heft zeigen, stärken den Widerstand gegen jegliche Form von Unterdrückung, Populismus oder Diskriminierung.

Die Zeitschrift Franziskaner Mission liegt in gedruckter Form in allen Klöstern und Werken der Deutschen Franziskaner aus und wird an mehr als 35.000 Spenderinnen und Freunde der Franziskaner verschickt.

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