01.07.2017

Europa, mon amour

Die Zeitschrift der Franziskaner - Sommer 2017

Titel der Zeitschrift Franziskaner, Sommer 2017
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1957 legten Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande in den Römischen Verträgen den Grundstein für die Europäische Union. Gut zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der Europa in ein einziges Schlachtfeld und einen riesigen Friedhof verwandelt hatte, war das ein mutiger Schritt. 60 Jahre danach kommt dennoch keine Feierstimmung auf. Europa wackelt. Solidarität bröckelt. Neue nationale Gräben tun sich auf. In Europa werden wieder Zäune gebaut. England steigt aus, andere Länder könnten folgen.

„Es kommen Franzosen, es eilen Spanier herbei, Deutsche und Engländer schließen sich an.“ Diese Worte beziehen sich nicht auf die EU. Sie stammen vom Anfang des 13. Jahrhunderts und beschreiben das Wachsen der franziskanischen Bruderschaft. Diese war durchaus eine europäische Bewegung. Ihre Anhänger, aus verschiedenen Kulturen und ohne einheitliche Sprache, hatten eine verbindende Idee, „sie wollten im Kleid und nach der Regel unseres Ordens leben“. Jedes gemeinsame Projekt braucht eine gemeinsame Idee. Auch Europa. Die Baumeister der EU, Robert Schumann, Konrad Adenauer, Alcide De Gasperi, waren überzeugte Christen. Europa hat tief christliche Wurzeln. Aber zu seiner Geschichte gehören auch die römische und griechische Antike, Juden und Muslime, die Aufklärung und die Religionskritik. Europa war immer schon »multikulturell«. Diese Mischung hat einen einzigartigen Wertekanon geschaffen: Respekt vor der Würde der menschlichen Person, Solidarität, Recht, Gerechtigkeit, Freiheit, Demokratie.

Europa braucht Ideen, keine Angstmache

Die aktuelle Europa-Müdigkeit lässt leicht vergessen: Die europäische Idee hat diesem von Kriegen zerrissenen Kontinent die seit Jahrhunderten längste Friedensperiode gebracht. Europa ist kein Faktum. Europa ist eine Aufgabe. Das war nach dem Krieg so und das ist heute wieder so. Das europäische Haus ist entstanden, weil Menschen und Staaten bereit waren, sich füreinander zu öffnen. Auf diesem Fundament steht auch ein künftiges Europa. Es wächst nicht aus Angst. Populismus spielt mit der Angst, kennt nur eigene Interessen und grenzt sich ab. Das aber sind Haltungen, die der biblischen Botschaft zutiefst widersprechen. Europa lebt von der Basis, von Menschen, die die europäische Idee aktiv mittragen, nicht nur bei einer Wahl, sondern auch im Gespräch am Stammtisch und in der Verwandtschaft. Dazu möchte die vorliegende Ausgabe unserer Zeitschrift „Franziskaner“ einladen.

Weitere Themen

  • Europa und Rechtspopulismus – Die Rettung des Christlichen im Abendland?
  • Kleines theologisches Wörterbuch: Gottes Geschichte mit den Menschen
  • Vivere – Leben in franziskanischer Inspiration
  • Franziskaner sein, Bruder Peter und die Freude am Teilen
  • Franziskanische Familie – Franziskaner zwischen Einheit und Vielfalt
  • Südsudan – Gefangen in der Logik des Krieges

 

Kostenlos erhältlich in allen Franziskanerklöstern und Häusern, im Direktversand an tausende Bezieher
und direkt hier als Flash PDF zum online lesen.

Sie können sie die Zeitschrift auch als Druckausgabe bestellen:
Provinzialat, Zeitschrift Franziskaner,
Sankt-Anna-Strasse 19, 80538 München.
Tel.: 089 211 26-150, Frau Röckenwagner
eMail: zeitschrift@franziskaner.de


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