19.03.2022

Exerzitienhaus Hofheim schließt bereits Ende 2022

Franziskaner müssen Hofheim weit früher als geplant verlassen

Das Franziskanische Zentrum für Stille und Begegnung in Hofheim: Brandschutzauflagen in Millionenhöhe zwingen die Franziskaner zu einem frühzeitigen Weggang. Bild: Archiv Deutsche Franziskanerprovinz

Das von der Deutschen Franziskanerprovinz getragene Franziskanische Zentrum für Stille und Begegnung in Hofheim schließt bereits Ende des Jahres 2022. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Provinz das Exerzitienhaus bis zum Sommer 2025 betreibt.

Grund der vorzeitigen Schließung ist der Kostenumfang notwendiger Brandschutzmaßnahmen, die getätigt werden müssten, um einen Betrieb bis 2025 zu gewährleisten. Ein Fachgutachten hat ergeben, dass diese Maßnahmen weitaus umfangreicher und somit auch weitaus kostenintensiver sind als noch letztes Jahr veranschlagt. Die Höhe dieser Kosten steht in keiner Relation zu den gut zwei Jahren, in denen das Exerzitienhaus nach Abschluss der Arbeiten dann noch betrieben werden könnte. Ohne diese umfassenden Maßnahmen aber ist vonseiten der Bauaufsicht eine Weiterführung des Seminar- und Gästebetriebs nur noch bis Ende 2022 möglich.

Die Aufgabe des Exerzitienhauses bedeutet einen massiven und schmerzlichen Einschnitt nicht nur für die Franziskaner in Deutschland, sondern für alle, die in diesem Haus arbeiten und die diesen Ort als „Oase“ für Stille und Begegnung schätzen. Mit der Schließung geht eine 96-jährige Tradition zu Ende. Was mit dem Haus und dem Gelände geschieht, ist derzeit noch nicht entschieden.


Zum Hintergrund

Die Grundsteinlegung des Exerzitienhauses am Fuße des Kapellenberges erfolgte 1925. Ein Jahr später nahm es seinen Betrieb auf. 1939 wurde die Einrichtung durch die Nationalsozialisten gewaltsam geschlossen und in der Folgezeit als Lazarett und Lungenheilstätte genutzt. Von 1980 bis 1982 und von 2005 bis 2006 erfolgten gründliche Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten. Durch eine stetige konzeptionelle Weiterentwicklung hat das Haus überregionale Bedeutung auch in der Diözese Limburg, in der Franziskanischen Familie und weit darüber hinaus. Der Abschied von Hofheim fällt in eine Zeit, in der sich auch viele andere Ordensgemeinschaften und Diözesen von geistlichen Bildungshäusern trennen müssen.


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