13.10.2021 Bruder Damian Bieger

Franziskaner als Schuhputzer

Impressionen von der Jubiläumswoche der franziskanischen Familie in Augsburg, vom 1. bis 8. Oktober

Schuhputzservice „Schuhe putzen für Barfüßer“. Bruder Damian und die Schwestern kamen mit vielen interessierten Menschen; groß und klein ins Gespräch. Bild von Bruder Damian Bieger.

Die Chronik des Jordan von Giano erzählt nicht viel darüber, was die Brüder vor 800 Jahren im Umfeld ihres ersten Kapitels in Deutschland gemacht haben. Klar ist: Sie wurden in Augsburg sehr freundlich aufgenommen.

In dieser guten Tradition stehen die Festtage, die in der ersten Oktoberhälfte von der Barfüßerkirche in Augsburg aus organisiert wurden. Trägerinnen waren die beiden Dillinger Franziskanerinnen, Sr. Martha und Sr. Veronika, die dort leben und die evangelische Pfarrerin Gesine Beck.

Sie luden viele Schwestern und Brüder aus der Franziskanischen Familie zu Aktionstagen ein. Um diese offene Bereitschaft, das Jubiläum zu begehen, konnten sich die verschiedensten Initiativen und Aktionen ansiedeln. Herausgekommen ist ein bunter Blumenstrauß von Erfahrungen.

Seitens der deutschen Franziskaner waren drei Brüder kürzer oder länger engagiert: Bruder Pascal Sommerstorfer etwa betrieb ein „Straßen-Segensprojekt“. Darüber berichtet er: „An einem sonnigen Herbstnachmittag machten sich Sr. Mirjam, Solanusschwester aus Landshut, und Br. Pascal, Franziskaner aus Fulda, auf dem Weg in die Fußgängerzone von Augsburg.

Schnell wurde ein improvisierter Info-Stand aufgebaut und die Passanten konnten sich dort ihren persönlichen Segen mitgeben lassen, der nach einem eingehenden Gespräch und individuell formuliert mit einer historischen Schreibmaschine aufgeschrieben.“

Bruder Damian Bieger betrieb an drei Nachmittagen das Projekt „Schuhe putzen für Barfüßer“. Für je zweieinhalb Stunden baute er gemeinsam mit verschiedenen Ordensschwestern einen Campingstuhl auf dem zentralen Königsplatz auf. Dort nahmen Straßenjugendliche, Obdachlose, Passanten, einsame und neugierige Menschen jeglicher Konfession und Religion Platz und ließen sich die Schuhe putzen. Leider wurde vergessen die Menschen alle zu zählen; aber es werden sicherlich viele Paare Schuhe geputzt worden sein.

Bruder Markus Fuhrmann kam an einem Tag gemeinsam mit dem INFAG-Vorstand vorbei und beteiligte sich ebenfalls an den Straßenaktionen.

Was beeindruckte: Die Leichtigkeit, mit der über jegliche Grenze hinweg schnell eine gute Gesprächsatmosphäre geschaffen wurde.


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