26.04.2017 Bruder Stefan Federbusch ofm

27 Elemente franziskanischer Spiritualität: 6. In der Liebe verweilen – Gebet als Raum der Liebe Gottes

Die Hinwendung und Ausrichtung auf die drei göttlichen Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist als dem dreifaltigen Gott, der alles in Liebe geschaffen hat wird im geschwisterlichen Umgang mit der Schöpfung verwirklicht.

Die Berufung von Franziskus war es, das Evangelium (griech. = gute Nachricht) zu leben. Bedingt durch die Vielfalt des Evangeliums ist es immer nur möglich, bestimmte Aspekte hervorzuheben und in eine bestimmte Lebensweise umzusetzen. Die Spiritualität (spiritus: latein. = Geist) eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen ist daher geprägt von dem Blickwinkel, von dem er bzw. sie auf das Evangelium schaut und von den Erfahrungen, die sein bzw. ihr Leben geprägt haben.

Da auch das Leben und Wirken von Franziskus äußerst vielfältig und vielschichtig ist, beschränkt sich die Darstellung auf einige wesentliche Grundzüge seiner Spiritualität sowie kurzer Hinweise auf Bestandteile einer franziskanischen Spiritualität heute.


In 27 Elementen reflektiert Bruder Stefan Federbusch die franziskanische Spiritualität und ihre konkrete Umsetzung. Die Hinwendung und Ausrichtung auf die drei göttlichen Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist als dem dreifaltigen Gott, der alles in Liebe geschaffen hat, wird als das 6. Element franziskanischer Spiritualität im Lobpreis Gottes und dem geschwisterlichen Umgang mit der Schöpfung verwirklicht.

27 Elemente franziskanischer Spiritualität

6. In der Liebe verweilen – Gebet als Raum der Liebe Gottes

Franziskus war ein „Verehrer der Dreifaltigkeit“ (Gef 29). Seine trinitarische Ausrichtung kommt besonders in der nichtbullierten Regel (Kap. 22) zum Ausdruck sowie in seinen Gebeten, vor allem im Passionsoffizium. „Nichts anderes wollen wir ersehnen, nichts anderes wollen, nichts anderes soll uns gefallen und erfreuen als unser Schöpfer und Erlöser und Retter, der alleinige wahre Gott, der ist die Fülle des Guten, alles Gute, das gesamte Gute, das wahre und höchste Gut…“ (NbR 23,9). Diesem höchsten Gut widmet er einen umfassenden Lobpreis (Lob Gott). Für Franziskus war das Verweilen bei seinem Schöpfer, in der Fülle des Guten, Gebet. Diese (Liebes)Beziehung zum wahren und höchsten Gut pflegte er auf intensive Weise, so sehr, dass sein Biograph Thomas von Celano schreiben kann: „Der ganze Mensch war nicht so sehr Beter als vielmehr selbst Gebet geworden“ (1/2 C 95). Beten war für Franziskus ein kreativer Akt. Das Passionsoffizium ist beispielsweise eine freie Zusammenstellung von Psalmversen, die Franziskus aus der Liturgie kannte.

In der Liebe verweilen bedeutet heute:

  • Pflege des Gebetes
  • Kreatives Beten mit der Kirche

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