Impuls von Schwester M. Ancilla Roettger, Klarissenkloster Münster

Karfreitag: Franziskus und die Herrin Armut

Aus den Legenden des heiligen Franziskus

Jesus selbst vermählt Franziskus mit der Herrin Armut

Wenige Jahre nach dem Tode von Franziskus schrieb einer seiner Mitbrüder damals das Mysterienspiel: „Der Bund des heiligen Franziskus mit der Herrin Armut“, eine spannende Inszenierung des geistlichen Weges des Poverello.

Darin rühmt er die Herrin Armut und sagt zu ihr: „Du allein bist damals dem König der Herrlichkeit verbunden geblieben, als alle seine Erwählten und Geliebten ihn furchtsam verließen. Du aber, treueste Braut, seine vielgeliebte Freundin, bist nicht einen Augenblick von ihm gewichen. Im Gegenteil, du warst ihm dann desto mehr verbunden, je mehr du ihn von allen verachtet sahst. Ja, wärst du nicht mit ihm gewesen, hätte er niemals so von allen verabscheut werden können. […] Er, dem von allen Ehrfurcht gebührte, wurde verhöhnt von allen, und du allein brachtest ihm Trost. Du hast ihn nicht im Stich gelassen bis zum Tode, ja bis zum Tod am Kreuze.“ (SC 6, 8-12)

Es geht nicht um große asketische Werke, sondern einzig und allein um Ihn, den armen Gekreuzigten.
Die Armut des Karfreitags, eben die größtmögliche Nähe zum leidenden und verlassenen Herrn, ist der geistliche Quell, aus dem Franziskus lebte.

Und wir, woraus leben wir?

Impuls von Schwester M. Ancilla Roettger, Klarissenkloster Münster


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