Fremdheit überwinden

Aufeinander hören, voneinander lernen: Die Missionszeitschrift der Franziskaner - Ausgabe 1 / 2015

Titel der Zeitschrift Franziskaner Mission, 1 / 2015
Titel der Zeitschrift Franziskaner Mission, 1 / 2015
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Unsere Gesellschaft verändert sich und wird sichtbar vielfältiger. Menschen aus aller Welt kommen nach Europa und bringen ihre Religionen und Kulturen mit: Sei es, weil neue Konflikte, wie in der Ukraine oder in Syrien, aufbrechen und Menschen vor Kriegen fliehen beziehungsweise gewaltsam vertrieben werden. Sei es, weil Armut die Menschen dazu bewegt, ihre Heimat zu verlassen. Oder sei es, weil die weltweite Vernetzung der Wirtschaft dazu führt, dass Menschen dort arbeiten, wo sie gebraucht werden.

Wir erleben in diesen Tagen die Auswirkungen dieser Wanderungsbewegungen: In Parlamenten und in Kneipen werden die Fragen um Einwanderung und Asyl leidenschaftlich diskutiert. In Dresden gab es im Herbst 2014 Demonstrationen gegen die vermeintliche „Islamisierung des Abendlandes“. Immer wieder scheint in diesen Diskussionen die Sorge durch, ob sich die Ursprungsbevölkerung nicht irgendwann fremd im eigenen Land fühlt, ob die Gesellschaft nicht von den Flüchtlingen überfordert ist und ob die Menschen, die zu uns kommen, es nicht am Ende nur auf unseren Reichtum abgesehen haben.

Ängste kann man selten mit rationalen Argumenten beseitigen. Aber ein Blick auf die Geschichte kann hilfreich sein. Denn Deutschland hat immer wieder gute Erfahrungen mit Immigranten gemacht. Im 17. Jahrhundert kamen die hugenottischen Glaubensflüchtlinge. Im 19. Jahrhundert kamen die polnischen Kumpel, deren Nachfahren im Ruhrgebiet bis heute Schimanski, Szczukowski oder Kowalski heißen. Und im 20. Jahrhundert kamen erst die Aussiedler und dann die sogenannten Gastarbeiter. Sie alle haben sich integriert und unser Land bereichert: mit Lebensfreude und Fleiß. Wer sagt, Multikulti sei gescheitert, übersieht, wie selbstverständlich wir italienische Musik hören, türkischen Döner essen, polnischen Fußballern zujubeln und wie friedlich wir in unserem gemeinsamen Land zusammenleben.

Dennoch: Moscheebauten, Beschneidung oder Kopftuch sorgen immer wieder für Konflikte um die Frage des Fremden in unserer Gesellschaft. Da dringen Dinge in unser Leben ein, die wir nicht kennen und die uns Angst machen. Deshalb das Thema dieser Ausgabe: Fremdheit überwinden – aufeinander hören, voneinander lernen. Die Beiträge zeigen, dass der Dialog zwischen Kulturen und Religionen nötiger ist denn je!

Themen

  • Nötiger denn je! – Warum wir den Dialog der Religionen heute brauchen
  • Praxis ohne Reflexion? – Aspekte ökumenischen Dialogs
  • Das geteilte Land – Die religiöse Landschaft Deutschlands wird bunter
  • Andere Länder, andere Sitten – Christentum und Naturreligionen in Bolivien

Die Zeitschrift Franziskaner Mission liegt in gedruckter Form in allen Klöstern und Werken der Deutschen Franziskaner aus und wird an mehr als 35.000 Spender und Freunde der Franziskaner verschickt.

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Franziskaner Mission, Franziskanerstraße 1, 44143 Dortmund
Tel: 0231 / 176 3375
eMail: info@franziskanermission.de


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