19.07.2019 Hl. Kreuz, Essen

Früh übt sich … Mia (5) jüngste Ministrantin in Essen

Zukunftsbild konkret - Neue Minis in der Franziskanerkirche Hl. Kreuz, Essen

Mia unter den Ministranten der Hl. Kreuz Gemeinde in Essen.

Da staunte die Gottesdienstgemeinde in der Franziskanerkirche Hl. Kreuz in Essen am ersten Juli-Sonntag nicht schlecht, als da 18 Mädchen und Jungen am Altar standen. Das Erstaunen war für die, die nicht so oft kommen, sicher auch, dass eine der Ministrantinnen im Rollstuhl sitzt. Die, die häufiger kommen, wissen, dass dieses Mädchen schon seit Jahren den Dienst am Altar mit versieht und der Altarraum damals mit einfachen Mitteln so umgestaltet wurde, dass sie es (fast) ohne Einschränkung tun kann.

Das Erstaunen war auch nicht, dass einige der Ministrantinnen schon über 18 Jahre alt sind und seit neuestem eine von ihnen auch die Beauftragung zum Kommunionhelferdienst hat (mit 19 Jahren wahrscheinlich eine der jüngsten im gesamten Bistum).

Nein, das Erstaunen war, dass es neben den „großen“ jetzt auch einen „Mini“-Mini gibt – richtiger: eine „Mini“-Ministrantin, die 5 Jahre alt ist. Schon kurz nach der Geburt kam sie mit ihrer Mutter regelmäßig in die Kirche. Die Gemeinde sah sie aufwachsen, aber auch herumkrabbeln und manchmal hörte die Gemeinde auch, wenn sich die Kleine akustisch bemerkbar machte. Weil die Mama der Kleinen sich um die Messdienerinnen und Messdiener kümmert, lernte die Kleine auch den Dienst der Messdiener kennen, da sie oft bei den Vorbereitungsstunden auf diesen Dienst dabei war. Außerdem blieb es somit auch nicht aus, dass das Mädchen irgendwann die Sakristei für sich entdeckte. Mittlerweile hilft sie vor Beginn der Messe der Küsterin. Und sie ist immer mehr begeistert von der Aufgabe der Messdiener, so dass sie jeden Sonntag aufs Neue die Mama fragt, ob sie dabei sein und in der Messe ministrieren darf. Nicht ohne Stolz meint die Mama: „Tja, so ist das eben, wenn man sein Kind von Anfang an daran gewöhnt, mit in die Kirche zu gehen und langsam an die Regeln und Verhaltensweisen heranführt“.

Auch das Weihrauchfass bleibt bei dem Mädchen nicht verschont. Immer wieder nimmt sie sich das Fass und schwenkt es hin und her. „Wie die Mutter so die Tochter!“, hört man viele Stimmen sagen und die „alten Hasen“ unter den Minis betonen immer wieder: „Die Kleine macht das besser als manch einer von uns!“

„In unserem Bistum wird immer wieder vom Zukunftsbild gesprochen“, so P. Georg, der Pastor von Hl. Kreuz. „Wie kann die Kirche Zukunft haben – und welches Bild vermitteln wir? Dieser Frage müssen wir uns stellen und Antworten finden. Eine Antwort ist die, bei den Kindern ihre Begeisterung an der Kirche und dem ganzen Drumherum zu fördern und geschehen zu lassen. Kinder können am Besten in etwas hineinwachsen, wenn sie mittendrin statt nur dabei sind. Diese Erfahrung durfte ich in den letzten Monaten schon bei der spanisch-sprachigen Gemeinde machen, die in unserer Kirche sonntags auch die hl. Messe feiert. Warum also nicht auch in der deutschen Gemeinde?“.

Also ermutigte P. Georg, doch mal das Bistum um eine entsprechende Stellungnahme zu bitten. So bekam der Bischof von Essen eine E-Mail, in der er um seine Meinung gebeten wurde. Wie sieht er es, wenn ein fünf jähriges Mädchen offiziell als Ministrantin aufgenommen wird? Die Antwort kam einige Tage später vom Messdiener-Referenten im Bistum Essen.

„Zwar beginnen die meisten Kinder in der Regel erst im Anschluss an ihre Erstkommunion mit dem Dienst als Messdienerin oder Messdiener“, so Pastor Sven C. Scholven. Aber er betont: „Im Einzelfall kann das jedoch auch früher geschehen.“ Sehr erfreut zeigte er sich über die Begeisterung der Kleinen: „Das ist für mich das stärkste Argument, ihr jetzt schon zu ermöglichen, ein Teil dieser Gemeinschaft zu werden.“

Nach dieser sehr positiven Antwort entschied P. Georg, das Mädchen offiziell mit in die Gemeinschaft der Messdiener aufzunehmen. Es war, wie der Bischof es der Gemeinde gewünscht hatte, eine fröhliche Aufnahmefeier. Die Mitfeiernden machten deutlich, dass sie sich über die Neuen – und auch die „Alten“ – sehr freuen. Und auch darüber, dass Hl. Kreuz eine der wenigen Gemeinden ist – wenn nicht sogar die erste überhaupt –, in der Mutter und Tochter gemeinsam Ministrantinnen sind.

Das Bild, das anschließend auf der Kirchentreppe gemacht wurde, ist wirklich ein Zukunftsbild der Kirche vor Ort.


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