Bruder Cornelius Bohl

Gib dem Evangelium (d)ein Gesicht!

Fotocollage "Viele Menschen guten Willens Formen gemeinsam das Antlitz des heiligen Franziskus"
Fotocollage „Viele Menschen guten Willens Formen gemeinsam das Antlitz des heiligen Franziskus“

Die Kirche braucht ein Gesicht. Das Evangelium braucht ein Gesicht. Der Glaube ist mehr als eine Sammlung richtiger Überzeugungen und ewiger Wahrheiten. Er berührt immer nur persönlich durch Menschen, durch einen Lebensstil, durch konkrete Gesten, Zeichen und Entscheidungen. Letztlich ist das die Methode Gottes selbst, der in Jesus Christus Mensch geworden ist: Da hat „einer von uns“ erfahrbar gemacht, wer und wie Gott ist. Jesus hat das Evangelium nicht nur verkündet, er hat es vor allem gelebt.

Viele fordern heute eine neue Profilierung der Kirche. Tatsächlich tragen wir Verantwortung dafür, dass die Botschaft des Evangeliums in unserer Gesellschaft nicht gesichtslos und unkenntlich wird. Aber dabei kann es nicht darum gehen, eine immer kleiner werdende Gruppe von Rechtgläubigen stramm auf Linie zu bringen und damit vom „Rest“ abzugrenzen. Das Evangelium gewinnt Profil, wo Menschen ihm ihr persönliches Gesicht geben. Jeder von uns kann durch einfache Gesten und Worte an Jesus erinnern und durch seine persönliche Art, Alltag zu gestalten und anderen zu begegnen, die frohe Botschaft heute mit neuem Leben erfüllen. Die Kirche lebt von vielen bunten und unterschiedlichen Gesichtern.

Franziskus hat dem Evangelium sein Gesicht gegeben. Der Franziskus damals, in Assisi, im Mittelalter. Seine Augen leuchten nach 800 Jahren immer noch. Warum sollte das, was damals ging, nicht auch heute möglich sein?


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