20.12.2017

Glaube im Alltag: Zwischen Schwarzbrot und Sahnetorte

Die Zeitschrift der Franziskaner - Winter 2017

Titel der Zeitschrift Franziskaner, Winter 2017
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Vielleicht weckt das Thema Ihr Interesse: Glaube nicht in weltabgewandter Frömmigkeit oder im außergewöhnlichen Event, kein Glaube für Fachleute und besonders Fromme, sondern eben im Alltag, im normalen Leben für normale Christen. Vielleicht finden Sie diesen Titel aber auch völlig überflüssig: Wo, bitteschön, sollte denn mein Glaube sich ausdrücken, wenn nicht in meinem Alltag?

Die Bibel kennt durchaus Gottesoffenbarungen an „heiligen Orten“ und in außergewöhnlichen Situationen. So etwas hat bis heute seinen Reiz. Der Normalfall ist das nicht. Elija muss lernen, dass Gott sich nicht in spektakulären Erscheinungen zeigt, in Erdbeben und Sturm, sondern alltäglich in einem leichten Luftzug. Als Gott Mensch wird, geschieht das in diesem Zimmermannssohn so alltäglich, dass viele Fromme daran Anstoß nehmen. Und auch die Jünger werden im Alltag berufen, beim Fischfang und im Zollbüro.

„Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.“ Anton Tschechow hat auch geistlich Recht. Die große Herausforderung ist nicht das erste leidenschaftliche Ja, sondern die Bereitschaft, eine Beziehung ein Leben lang zu gestalten: beruflich jenseits der 50 nicht einfach alles laufen lassen, Verantwortung für Kinder oder einen Kranken übernehmen, bei immer neuen Widerständen im Engagement für eine gute Sache nicht nachlassen, im Älterwerden zwischen Gewohnheit und Enttäuschung wach bleiben für den Anruf Gottes. – In diesem Kleinklein zeigt sich die Größe eines Lebens. Wie gehe ich mit Misserfolg um, mit Schuld, Krankheit, Tod – diese großen Fragen stellen sich gerade im Alltag. Und im Alltag gedeihen große Tugenden: Treue, Geduld, Hoffnung, Ehrlichkeit.

Von außen mag der Alltag grau erscheinen, innen kann er wertvolle Schätze bergen. Und vor allem: Ich muss Gott nicht in meinen Alltag hineintragen – er ist schon da! Glaube im Alltag, das ist die Erfahrung des müden Jakob irgendwo am Wegrand: „Wirklich, der Herr ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht.“

Weitere Themen

  • Atomwaffenverbot – eine Menschheitsfrage
  • Hüter Heiliger Stätten: 800 Jahre Franziskaner im Heiligen Land
  • Kleines theologisches Wörterbuch: Mystik
  • Bist Du verrückt? – Postulant Felix Eicke über seine Idee Franziskaner zu werden
  • Ein Weg, der bewegt: Eine komplette Schulgemeinde reist nach Rom und Assisi

Kostenlos erhältlich in allen Franziskanerklöstern und Häusern, im Direktversand an tausende Bezieher
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Sankt-Anna-Strasse 19, 80538 München.
Tel.: 089 211 26-150, Frau Röckenwagner
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