11.10.2017

Heute Kirche von morgen sein

Die Zeitschrift der Franziskaner - Herbst 2017

Titel der Zeitschrift Franziskaner, Herbst 2017
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Wer mit einem Team ein Zukunftsprojekt startet, wird seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut ausrüsten, mit einem Koffer voller Ideen, Methoden und Handwerkszeug losschicken. Jesus tut genau das Gegenteil: „Nehmt nichts mit auf den Weg!“, sagt er seinen Jüngern, als er sie aussendet, das Reich Gottes anzusagen und Kranke zu heilen.

Wovon leben die Jünger ohne Vorratstasche? Sie leben nicht von Dingen, sondern von Beziehungen. Sie leben aus der Beziehung zu Jesus, der sie sendet. Und sie leben aus der Beziehung zu den Menschen, zu denen sie gesandt sind und die ihnen ihre Häuser öffnen. – Sicherlich nicht alle, aber doch so viele, dass es reicht.

Und wovon leben wir als Kirche heute? Wir haben viel angesammelt und schleppen viel mit uns herum, Traditionen und Besitztümer, Geschichte und Strukturen. Das ist ein großer Reichtum. Doch allein hiervon können auch wir nicht leben. Kirche wird Zukunft haben, wenn sie in der lebendigen Beziehung zu Jesus bleibt. Und sie wird Zukunft haben, solange sie nicht vergisst, dass sie zu den Menschen gesandt ist. Sie hat diesen Menschen etwas zu geben. Aber bevor sie gibt, darf sie von denen empfangen, die sie in ihre Häuser aufnehmen.

Die Kirche in Deutschland ist in einem rasanten Umbruch. Vieles, was lange selbstverständlich war, ist abgebrochen. Sterbende Gemeinden und Gemeinschaften können traurig machen. Vieles wird ausprobiert. Sichere Zukunftsrezepte oder gar Garantien hat niemand. Wie die Kirche von morgen aussieht, weiß heute keiner.

Was braucht die Kirche der Zukunft? Vielleicht nimmt uns Jesus auch heute die Vorratstasche aus der Hand wie damals den Jüngern. So als wollte er sagen: „Lasst daheim, was euch auf dem Weg nur behindert. Lebt aus der Beziehung zu mir. Lasst euch auf die Menschen ein, zu denen ihr gesandt seid. Lebt eure Berufung.“ Nicht unsere Strukturen und Institutionen werden über die Zukunft der Kirche entscheiden, sondern die Ehrlichkeit und die Qualität unserer Beziehungen zu Gott und zu den Menschen. Was braucht die Kirche der Zukunft? Mit dem Titelthema dieser Zeitschrift FRANZISKANER laden wir Sie ein, mit uns darüber nachzudenken und sich dort, wo Sie leben, aktiv in den Prozess der Kirchen- und Gemeindeentwicklung einzubringen.

Zum Thema Kirche der Zukunft: Interview Dr. Christian Hennecke

Weitere Themen

  • Franziskanische Schulen – Relikte vergangener Zeiten oder eine Chance für die Zukunft?
  • Jemen – Ein menschengemachtes Desaster
  • Franziskanische Familie – Klara und die Klarissen
  • Franziskaner sein – Claus Scheifele: Ein Abenteuer mit Gott
  • Kleines theologisches Wörterbuch: Der Weg

Kostenlos erhältlich in allen Franziskanerklöstern und Häusern, im Direktversand an tausende Bezieher
und direkt hier als Flash PDF zum online lesen.

Sie können sie die Zeitschrift auch als Druckausgabe bestellen:
Provinzialat, Zeitschrift Franziskaner,
Sankt-Anna-Strasse 19, 80538 München.
Tel.: 089 211 26-150, Frau Röckenwagner
eMail: zeitschrift@franziskaner.de


2 Kommentare zu “Heute Kirche von morgen sein

  1. Lieber Ewald!

    Natürlich gibt es auch das: Wer sich regelmäßig sozial betätigt, kann sich bald als „Autorität im Gutmenschsein“ fühlen, als jemand, der herausragt – und auch so wahrgenommen werden will. Auch einer, der geachtet wird als „barmherziger Samariter“ kann hochmütig werden. Was tun mit solchen? Lass Dich nicht abhalten und fange still und leise in der Gemeindearbeit an. Du wirst sehen, es gibt genug zu tun: Immer. Helfer brauchen die „Prominenten“ auch. Entweder werden sie Dich nach einer Weile ganz von selbst akzeptieren, vielleicht, weil es ein Mißverständnis war, die anderen als „immer die Promis“ wahrzunehmen. Aus der Nähe schaut manches anders aus. Vielleicht haben die schon das Gefühl: „Warum immer nur wir?“: Weil sie meinen, die anderen wollten sich nicht beteiligen.

    Oder man muss dann nach einer Weile -nachdem man sich selbst als zuverlässiger Helfer gezeigt hat, garedeaus sagen: „Dies oder das hätte ich auch gerne mal gemacht“. Und dann horch rein, was kommt.

    Gelduld bringt Rosen! Und sei nicht traurig, sondern geduldig, und hör gut zu, damit Du merkst, wie die anderen in der Gemeinde denken.
    Dein

    Jörg Forster

  2. Ewald Menke schreibt uns als Anmerkung zu dieser Zeitschrift folgenden interessanten Aspekt:

    Sehr geehrte, Franziskaner!
    Ich bin katholisch und gehöre in Kasel einer Kirchengemeinde an, die sich, in, Wir sind Kirche engagiert.
    In der Liturgie, tritt unser Pfarrer, meistens in den Hintergrund und lässt salopp gesagt, meistens Frauen die Liturgie übernehmen.
    Leider, haben diese Frauen, ein sehr starkes ich und haben deshalb, eine Mauer um sich gebaut.
    Dadurch, verrichten meist immer die Gleichen Leute, den Altardienst.
    Papst Franziskus, hat vor kurzem gesagt, jeder Kirchenbesucher, bis in die letzten Kirchenbänken, sollte nach seinen Interessen und Talenten, in der Kirche gebraucht werden.
    Das ist in unserer Kirchengemeinde, nicht der Fall.
    Ich will sagen, je mehr Laien, ob Mann, oder Frau, Aufgaben der Geistlichkeit übernehmen, in der Kirche übernehmen, desto mehr, bauen sich natürliche Hierarchien auf.

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