Im Land des Herrn, Heft 2/2015

Franziskanische Zeitschrift für das Heilige Land

Titel der Zeitschrift Im Land des Herrn 2/2015
Titel der Zeitschrift Im Land des Herrn 2/2015
Klick auf Bild startet Lesemodus

Auf dem Titelbild blickt den Leser dieses Mal eine frohe Schar Kinder und Jugendlicher an. Aber der Schein trügt. Es sind Kinder und Jugendliche aus der Franziskanerpfarrei in Aleppo in Syrien. Der Franziskaner in der Mitte der hinteren Reihe ist Pater Ibrahim Sabbagh, von dem der erste Artikel diesem heft stammt; er ist überschrieben: „Furcht, Terror und Zerstörung, wohin man schaut” und er gibt einen kleinen Einblick in die schreckliche Lage in Aleppo, in der er mit seinen franziskanischen Brüdern und auch diese Kinderschar auf der Titelseite zur Zeit leben müssen.

Vielleicht sind gar nicht mehr alle Gesichter, die uns auf dem Bild anblicken, am Leben. Die Bilderserie, die Bruder Ibrahim von dem Viertel von Aleppo, über das sich seine Pfarrei erstreckt, nach einer Bombennacht gemacht und uns übersandt hat, ist wahrlich erschütternd.

Auch das gehört leider zur Geschichte des Heiligen Landes: Streit, Krieg, Terror, Blut und Verfolgung. Und nicht erst heute. Zwei andere Artikel der Nummer verweisen auf eine frühere blutige Geschichte, die das Heilige Land mitbetraf: der armenische Völkermord, der sich dieses Jahr zum hundertsten Mal jährt. Das Land, aus dem damals ein ganzes Volk vertrieben und zum größten Teil getötet wurde, war biblisches Land, nämlich Heimat und Wirkungsstätte des heiligen Paulus. Auch die Franziskaner hatten unter der damaligen Verfolgung zu leiden; denn sie waren auch in der Heimat dieser Armenier tätig gewesen. Nicht nur ihre Gemeinden wurden Opfer der Vertreibung, auch ein italienischer Franziskaner starb damals den Märtyrertod, Salvador Lilli, den Papst Johannes Paul II. 1983 mit einigen armenischen Christen, die zusammen mit ihm grausam ermordet wurden, selig gesprochen hat.

In seinem Bericht über seinen jüngsten Besuch der Brüder, die in Syrien trotz der schlimmen Lage ihren Dienst tun, stellt Kustos Pizzaballa ein schönes Zeugnis aus: „in einer entwaffnenden Selbstverständlichkeit” tun die Brüder ihren Dienst. Natürlich hilft ihnen dabei auch die Kustodie des Heiligen Landes finanziell. Allen Wohltätern, die diese Hilfe mitermöglichen, sei herzlich gedankt!

Doch auch etwas Erfreuliches kann diese Nummer berichten: Papst Franziskus hat am 17. Mai zwei Palästinenserinnen heiliggesprochen. Weihbischof Shomali von Jerusalem hat diese Heiligsprechung treffend so kommentiert: „Unser Volk bringt nicht nur Terroristen, sondern auch Heilige hervor.”

Weitere Themen dieser Ausgabe

  • „Furcht, Terror und Zerstörung, wohin man auch schaut“ – Bericht aus Aleppo/Syrien, April 2015
  • Zur gegenwärtigen Lage in Syrien – Interview mit dem Kustos der Franziskaner
  • Jerusalem und der armenische Genozid
  • Basilio Talatinian OFM – Ein franziskanischer Zeitzeuge des armenischen Genozids
  • Jesus und Sepphoris – Fakten und Gedanken
  • Ein Stück Schweiz in Nazaret – Zur Einweihe des Mosaiks „Unsere Liebe Frau von Einsiedeln”
  • Orgeleinweihung in Jerusalem
  • Zwei neue Heilige aus Palästina

„Im Land des Herrn” erscheint viermal im Jahr und wird den Freunden und Förderern der Franziskaner im Heiligen Land kostenlos zugestellt. Die Zeitschrift kann bei der unten angeführten Adresse bestellt werden. Für eine Spende sind wir sehr dankbar.

Lesen Sie die neuste Ausgabe online

oder bestellen Sie ihr gedrucktes Exemplar beim

Kommissariat des Heiligen Landes
Pater Werner Mertens
Klosterstraße 17
59457 Werl/Westfalen

eMail: info@heilig-land.de

Informationen zur Arbeit der Franziskaner im Heiligen Land


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.