24.01.2018 Giuseppe Caffulli / terrasanta.net / Übersetzung Paul Waldmüller ofm und Gabriel Gnägy ofm

In Damaskus sind Klöster und Kirchen unter Bombenbeschuss

Seit 8. Januar steht die Altstadt von Damaskus unter erneutem Dauerbeschuss

Das von Bomben beschädigte Kirchenschiff der Pfarrkirche und eine stark beschädigte Außenmauer.
Bild von terrasanta.net

In den christlichen Vierteln von Damaskus in Syrien sind tagelang Mörsergranaten eingeschlagen. Vor allem das Melchitenpatriarchat und die Pfarrei der Franziskaner von der Kustodie des Heiligen Landes sind stark betroffen.

Hunderte von Einschlägen, ein wahrer Regen von Mörsergranaten fällt seit dem 8. Januar, auf die christlichen Viertel der Altstadt von Damaskus. Das griechisch-katholische Patriarchat und die Pfarrei, die von den Franziskanern des Heiligen Landes betreut werden, das sogenannte Viertel am Paulustor sind von den Bombardements stark betroffen. Zum Glück gibt es bis jetzt in der Franziskanerpfarrei nur materielle Schäden, aber keine Opfer.

Härter hat es die Christen des griechisch-melchitischen Patriarchats getroffen. Mindestens 30 Mörsergranaten haben in dem Bereich eingeschlagen, in dem sich die Kathedrale und der Hauptsitz des Patriarchen befindet. Einige Quellen sprechen von 5 Opfern. Die Angriffe kommen aus dem Ostgebiet Goutha, am Rande der Hauptstadt, das von den Anti-Assad-Rebellen kontrolliert wird.

Bruder Bahjat Elia Karach, Franziskaner, ist der Verantwortliche der Pfarrei von der Bekehrung des heiligen Paulus. Schon vorgestern, so berichtet er uns, fiel eine Mörsergranate auf Kloster und Pfarrei. Schäden an der Kirche und an den Pfarreinrichtungen sind beträchtlich. Überall zerstreut, verursacht durch den Luftdruck, zerbrochene Fenster. Ein Granatentreffer schlug in der Außenwand der Kirche ein. „Die Situation- so erklärt der Franziskaner – bleibt sehr unstabil.“

Die Granatangriffe haben kein spezielles Angriffsobjekt. Vielmehr ist beabsichtigt, die Spannung nach einer langen Phase anhaltender Ruhe zu erhöhen, vor allem wenn sich am Horizont der Schimmer einer Verhandlung auf internationaler Ebene abzeichnet.

Am 21 Januar sind unter dem Vorsitz der Vereinten Nationen die nächsten Sitzungen für mögliche Friedensverhandlungen vorgesehen. Ende Januar soll es in Sochi einen „Runden Tisch“ mit Präsident Putin geben. Ob Sochi oder Genf. In welchem Maße die Anti-Assad-Front sich an den Gesprächen beteiligt und mit welchem politischen Gewicht, ist bisher ungeklärt. Das größte Hindernis bei den kommenden Verhandlungen dürfte die Zukunft des syrischen Präsidenten Bashar al Assad sein. Aber auch die Frage für eine Übergangsphase im Blick auf eine neue Verfassung und politische Wahlen.

Veröffentlicht am 17. Januar 2018 in terrasanta.net


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.