24.12.2021 Bruder Helmut Schlegel

Auf Bethlehems Feldern

<< Zurück | Jetzt | Weiter >> Der Kommentar der Woche

Oft ist das, was uns beschäftigt, uns sorgt und uns Angst macht, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.


Bruder Helmut Schlegel

Auch in diesem Jahr wird allerorten gesungen werden: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen.“ – In Bethlehem allerdings, an dem Ort, von dem jene Friedensbotschaft ausging, ist an Weihnachten 2021 vom Frieden nicht viel zu spüren. Rund 30.000 Menschen wohnen hier – etwa die Hälfte von ihnen gehört der muslimischen, die anderen Hälfte der christlichen Religionsgemeinschaft an. Bethlehem liegt im Westjordanland und ist Teil der autonomen Palästinensergebiete. Eine bis zu 8 Meter hohe Betonmauer mit Wachtürmen schneidet die Wege nach dem zehn Kilometer entfernten Jerusalem ab. Ausganssperren kennen die Bewohner der Stadt schon lange. Corona hat die Situation noch verschärft – wirtschaftlich und menschlich.

Der palästinensische Alt-Patriarch Sabah hat zu Weihnachten die Christen in aller Welt dazu aufgerufen, nicht nur das Bethlehem der schönen Lieder zu sehen, sondern die kriegs- und krisengeschüttelte Stadt. Für ihn ist der weihnachtliche Friede mehr als ein schöner Traum.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht von Bethlehems Feldern. Auf dem Terrain der Franziskaner bei den Hirtenfeldern in Beit Sahur entsteht ein Pilger- und Jugendzentrum – international gefördert. Das Zentrum soll nicht nur einheimischen Christen als Versammlungsraum dienen, sondern der ganzen Bevölkerung der Stadt und auch ausländischen Gruppen. Es soll ein interreligiöse und internationale Begegnungsstätte werden.

Ja, es ist eine gute Botschaft: „Ehre sei Gott in er Höhe und Friede auf Erden den Menschen“.


Der Blick zurück, der Blick nach vorne, und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de


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