06.05.2022 Bruder Stefan Federbusch

Leben auf Pump

<< Zurück | Jetzt | Weiter >> Der Kommentar der Woche

Oft ist das, was uns beschäftigt, uns sorgt und uns Angst macht, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.


Bruder Stefan Federbusch

Wie können wir unsere Energieversorgung sicherstellen, wenn wir auf russisches Öl und Gas verzichten? Mit einem Kriegstreiber wie dem russischen Präsidenten Putin sollen zurecht keine Geschäfte gemacht werden. Doch wie viele Geschäfte werden weiterhin mit Diktatoren und nicht-demokratischen Regimen gemacht, wenn es um Rohstoffe geht, die unsere Wirtschaft benötigt, um den deutschen Wohlstand abzusichern!

Die Problematik eines überzogenen Rohstoffverbrauchs hält uns der jährliche Erdüberlastungstag vor Augen. Der deutsche „Earth Overshoot Day“ (Welterschöpfungstag) ist in diesem Jahr der 4. Mai. Seit dieser Woche haben wir die uns zustehenden Ressourcen aufgebraucht. Im Vordergrund steht die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Die Leidtragenden sind die Menschen im Globalen Süden, auf deren Kosten wir produzieren und konsumieren, die Böden, das Wasser und die Luft verunreinigen. Hochgerechnet auf die globale Bevölkerung, bräuchte unser deutscher Lebensstil die Fläche von drei Erden.

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist festgeschrieben, den primären Rohstoffverbrauch zu senken und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Die Bundesregierung hat die Verpflichtung, die Energieversorgung des Landes sicherzustellen.

Im Sinne der Nachhaltigkeit und der Zukunftsfähigkeit unseres Planeten Erde bleibt jedoch festzuhalten, dass jeder Nichtverbrauch von Ressourcen die beste Form des Mitweltschutzes darstellt. Erforderlich und not-wendig ist eine echte Rohstoffwende und eine Rohstoffstrategie, die die Menschenrechte, den Umwelt- und Klimaschutz sowie nachhaltige Lieferketten einbezieht. Es braucht zudem die Bereitschaft einer/eines jeden, die persönlichen Konsummuster zu verändern und auf einen einfacheren Lebensstil umzustellen.


Der Blick zurück, der Blick nach vorne, und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de


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