01.07.2022 Bruder Martin Lütticke, Dortmund

Weltorden – Weltkirche

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Oft ist das, was uns beschäftigt, uns sorgt und uns Angst macht, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren die Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.


Bruder Martin Lütticke

Es geht nach Brasilien! Zum ersten Mal in meinem Leben darf ich auf der südlichen Erdhalbkugel sein. Gemeinsam mit Bruder Augustinus, dem Leiter der Franziskaner Mission hier in Dortmund werde ich die Mitbrüder dort und viele franziskanische Projekte besuchen. Ich freue mich darauf und bin gespannt.

Wie leben die Mitbrüder, die Schwestern und viele franziskanische Laien ihre franziskanische Berufung? Wie stehen sie an der Seite der Armen? Wie sieht ihr Leben in der Kirche und den Gemeinden aus? Ich bin neugierig. Ich habe Bilder im Kopf – und vermute, dass die Wirklichkeit ganz anders aussieht. Ich freue mich auf die Begegnungen. Ich habe viele Fragen.

Ich bin gespannt, ob die Brasilianer auch viele Fragen haben. Wie leben wir Brüder in Deutschland, gemeinsam mit vielen anderen, unsere franziskanische Berufung? Wie sieht unser Leben in der Kirche und den Gemeinden aus? Ich höre, es gibt viel Neugier, aber auch so manches Unverständnis, was unser kirchliches Leben angeht. Welche Hoffnungen verbinden wir mit dem ‚Synodalen Weg‘? Welche Themen sind uns wichtig? Wie leben wir unseren Glauben?

Ich bin gespannt, wie wir darüber ins Gespräch kommen – hörend, fragend, nicht belehrend und nicht besserwisserisch.

Wir Franziskaner sind ein Weltorden in einer Weltkirche. Das ist eine riesige Chance und zugleich ein großer Auftrag. „Katholisch“ im Ursprungssinn des Wortes bedeutet „das Ganze betreffend, universell“. Wie kann es gelingen, über den eigenen Tellerrand hinaus auf das Ganze zu blicken, Wie kann es gelingen, das Bewusstsein einer universellen, weltweiten Zusammengehörigkeit zu fördern? Wie kann es gelingen, ‚Einheit in Vielfalt‘ zu leben?

Im sogenannten Positionspapier, das wir beim Provinzkapitel verabschiedet haben, heißt es:

„Wir machen uns stark für …

  • eine Kirche, die ihren missionarischen Auftrag als weltweiten Dialog im gegenseitigen Geben und Nehmen verwirklicht.
  • eine Kirche, die sich als weltweite solidarische Gemeinschaft von Glaubenden versteht und sich prophetisch engagiert für Gerechtigkeit und Frieden.“

Auf eine wahrhaft katholische Reise freut sich Bruder Martin Lütticke OFM, Dortmund


Der Blick zurück, der Blick nach vorn, und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de


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