Die Kreuztracht in Wiedenbrück

Seit 1663 zieht alljährlich der Kreuz tragende Christus durch die Straßen der Stadt

In Gegenwart des Kreuz tragenden Christus führt Bruder Korbinian in die Bedeutung der Kreuztracht ein. Bild von Die Glocke.

Eine schon sehr alte Tradition wird in Rheda-Wiedenbrück jedes Jahr neu belebt. Seit 1663 folgen jährlich viele Gläubige einem Kreuzträger, der Christus darstellt, durch die Straßen der westfälischen Kleinstadt. Nur wenige wissen, wer sich unter der Christusverkleidung verbirgt. Der „Büßer“, wie er genannt wird, zieht mit dem Kreuz beladen, durch die Straßen der Stadt. Auch an diesem Karfreitag folgte dem Kreuzträger eine große Schar von Gläubigen durch Wiedenbrück.

Ihren Ausgangspunkt nahm die Prozession am Franziskanerkloster, wo Bruder Korbinian, der derzeitige Guardian mit einer Einführung Sinn und Bedeutung der Kreuztracht hervorhob. Sie ist nicht nur ein Relikt übernommener Tradition, sondern ein aktuelles Ereignis, das in unsere Zeit hineinwirkt. Wie die Passion Jesu selbst immer aktuell bleibt.

Dann begann der Kreuzweg durch die Stadt. Gemeinsam mit Simon von Cyrene, der ebenfalls unerkannt unter seiner Verkleidung blieb schleppten die beiden „Büßer“ das schwere Kreuz durch die Straßen.

Kern der Kreuztracht ist das Gedenken des Leidens und Sterbens Jesu. Mit besonderen Gebeten und alten Gesängen begleiteten die Menschen Christus auf seinem Kreuzweg, der der Tradition folgend, mit sieben Kniefällen an ausgewählten Stellen Wiedenbrücks gekennzeichnet ist. Dabei übernahm jede der ansässigen Konfessionen eine Statio, was dem Ereignis eine ökumenische Dimension verlieh.

Dort, wo die Kreuztracht ihren Anfang genommen hatte, endete sie dann auch, am Franziskanerkloster.

Video zur Kreuztracht auf bibel.TV

Mehr Information zur Kreuztracht  hier


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