15.03.2019 Von Thomas Abrell ofm

Laudato Si‘ Nachgedacht

Die Beschäftigung mit der Umweltenzyklika lohnt…

Sauberes Wasser, reine Luft… Wie lange darf sich der Mensch noch an diesen Ressourcen erfreuen. Es wird Zeit umzudenken.
Bild von Archiv Deutsche Franziskanerprovinz.

Es muss immer daran erinnert werden, dass der Umweltschutz nicht nur auf der Grundlage einer finanziellen Kostennutzenrechnung gewährleistet werden (kann). Die Umwelt ist eines jener Güter, die die Mechanismen des Markts nicht in der angemessenen Form schützen oder fördern können.

Wieder einmal ist es gut, eine magische Auffassung des Marktes zu vermeiden, die zu der Vorstellung neigt, dass sich die Probleme allein mit dem Anstieg der Gewinne der Betriebe oder der Einzelpersonen lösen. Ist es realistisch zu hoffen, dass derjenige, der auf den Maximalgewinn fixiert ist, sich mit dem Gedanken an die Umweltauswirkungen aufhält, die er den kommenden Generationen hinterlässt?“ (Papst Franziskus, Enzyklika „Laudato si’“, 190.)

Hat diese Frage mit mir zu tun oder sind da nicht eher die großen Firmen gefragt? Maximalgewinn – ich versuche doch nur, möglichst spar¬sam mit meinen geringen Mitteln umzugehen. Dann ist es gut, dass es Schnäppchen gibt, zum Beispiel beim Reisen. Gut, dass der Markt für günstige Angebote sorgt, auch wenn das noch mehr Busse auf den Autobahnen bedeutet und noch mehr Flugzeuge in der Luft, die schneller und manchmal scheinbar billiger als andere Verkehrsmittel unterwegs sind. Und am billigsten ist sowieso das eigene Auto, oder?

Papst Franziskus weist in „Laudato si’“ darauf hin, dass in den Endpreisen der Faktor „Kosten für die Umwelt“ fehlt. Das gilt auch für meine kleinen Rechnungen. Was ist mir flexible Mobilität wert bzw. habe ich den Kostenfaktor „Umweltverschmutzung“ mit auf der Rechnung, wenn ich mich auf den Weg mache? Und welche Rolle spielt der Umweltschutz beim gewohnten Griff zum Autoschlüssel, um eben mal was zu holen – egal ob Diesel oder Benziner? Manche Fahrt mit dem Auto lässt sich schon dadurch vermeiden, dass eine Einkaufsliste gegen das Vergessen hilft. Umweltschutz hat seinen Preis.

Es ist nur die Frage, wer diese Rechnung übernimmt – ich heute oder die kommenden Generationen morgen. Vielleicht hilft mir beim Entscheiden der „ökologische Fußabdruck

Erstveröffentlichung Zeitschrift Franziskaner Winter / 2018

 


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