Thomas Abrell ofm

Laudato Si‘

Die Beschäftigung mit der Umweltenzyklika lohnt…

Laudato Si. Die Beschäftigung mit der Umweltenzyklika lohnt
Laudato Si. Die Beschäftigung mit der Umweltenzyklika lohnt…Klick auf Bild öffnet pdf-Dokument der Enzyklika von Papst Franziskus. Hrg. Deutsche Bischofskonferenz.

„Wenn die Menschen selbstbezogen werden und sich in ihrem eigenen Gewissen isolieren, werden sie immer unersättlicher. Während das Herz des Menschen immer leerer wird, braucht er immer nötiger Dinge, die er kaufen, besitzen und konsumieren kann. … Ebenso wenig existiert in diesem Gesichtskreis ein wirkliches Gemeinwohl. Wenn dieser Menschentyp in einer Gesellschaft tendenziell der vorherrschende ist, werden die Normen nur in dem Maß respektiert werden, wie sie nicht den eigenen Bedürfnissen zuwiderlaufen.“ (Papst Franziskus, Enzyklika „Laudato si’“, 204)

Diese Zeilen der Umweltenzyklika waren für mich Anlass zu prüfen, was ich wirklich brauche. Wenn ich im Sommer zum Wandern unterwegs bin und mein ganzes Gepäck selbst trage, wird schnell klar, dass ich mit erstaunlich wenig auskomme. Ich hoffe, diese Erfahrungen in den Alltag mitzunehmen und einen Weg in Freiheit und Selbstbestimmung zu finden, der dem Wiedergewinnen der eigenen Würde dient. Denn wenn Menschen sich nur selbst im Blick haben und immer unersättlicher werden, geht ihnen der Blick für die Grenzen der Wirklichkeit und für die Anderen verloren. Es scheint alles machbar und dem Konsum sind keine Grenzen gesetzt. Neben allen globalen Folgen gibt der Mensch, der sich auf einen so konsumorientierten Lebensstil einlässt, letztlich seine Würde auf. Was als Freiheit verkauft wird, ist genau genommen Fremdbestimmung, schließlich sind nicht die konkreten Bedürfnisse des Menschen bestimmend, sondern das, was man darzustellen und zu besitzen hat. Die Rückkehr zu dem, was ich wirklich brauche, ist deshalb ein Weg in die echte Freiheit. Ich löse mich Schritt für Schritt aus den verschiedenen Fremdbestimmungen und komme zu dem zurück, was mir gerecht wird. Mein Leben so zu sehen und meinen Lebensstil entsprechend zu verändern, sind erste, aber wichtige Schritte auch in eine neue Beziehung zur Welt und zu mir selbst.

Erstveröffentlichung in Zeitschrift Franziskaner / Sommer 2018


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