03.05.2021 Bruder Helmut Schlegel

Oratorium EINS beim ökumenischen Kirchentag in Frankfurt

Franziskaner als Mitautor des ökumenischen Oratoriums EINS

Vorproduktion des Oratoriums EINS im großen Saal Harmonie des Congress Centers Messe Frankfurt.
Die Erstausstrahlung ist am Freitagabend, 14. Mai während des Ökumenischen Kirchentages. Bild von Peter Reulein.

Über ein Jahr haben die Autoren daran gearbeitet. Die Texte schrieben der Frankfurter Stadionpfarrer Eugen Eckert und der Hofheimer Franziskaner Helmut Schlegel. Beide schreiben seit Jahren viele Neue Geistliche Liedtexte und arbeiten im Ökumenischen Verein in TAKT zur Förderung des Neuen Geistlichen Liedes mit. Die Musik des Oratoriums komponierten der Frankfurter Bezirkskantor Peter Reulein und der Referent für Gospelchor und Pop-Piano Popularmusik Bernhard Kießig. Das Besondere an der Entstehung des Stückes ist sein komplett ökumenischer Charakter. Bereits der Titel verrät, dass es um den Herzenswunsch Jesu geht: „Sie sollen eins sein“ (Joh 17,21). Auch die Planung und Durchführung des Oratoriums ist von ökumenischer Zusammenarbeit bestimmt.

Ursprünglich sah das Konzept eine interaktive Uraufführung unter Beteiligung vieler Chöre aus der ganzen Republik vor. Als Ort dafür war das Frankfurter WM-Stadion reserviert. Die Pandemie hat den 3. Ökumenischen Kirchentag als Präsenzveranstaltung ausgebremst. Die Leitungsgremien des Kirchentages haben aber beschlossen, das entstandene Oratorium (mit Kürzungen) als konzertante Uraufführung vorzuproduzieren und am 14. Mai 2021 zu streamen. Die Solisten werden dabei durch die Begleitung der Neuen Philharmonie Frankfurt/Main eines Auswahlchores der Frankfurter Musikhochschule sowie Virtual Choir-Einblendungen der Frankfurter Domsingschule, einem Chor aus hauptamtlichen Kirchenmusiker und -Musikerinnen und einem Bläserensemble der Evangelischen Kirche Hessen Nassau getragen und unterstützt.

In der letzten Aprilwoche wurde das Oratorium ohne Publikum im Saal Harmonie des Congress Center Messe vorproduziert und wird nach der Erstausstrahlung am 14. Mai als DVD vorliegen (über den Dehm-Verlag, Limburg, erhältlich).

Erzählfaden

Zwei Frauen führen durch das Oratorium, das sich vielfach an die Apostelgeschichte anlehnt. Die Journalistin Julia lebt in unserer Gegenwart. Sie bekommt von der Redaktion ihrer Zeitung den Auftrag, über das Wesen und die Visionen des Christentums zu berichten.

Mit Interesse für ihren Auftrag und einer Menge Fragen begibt sie sich auf eine Zeitreise zurück zu den urchristlichen Gemeinden. Dort begegnet sie Junia (Röm 16,7), sowie Petrus und Paulus. Die Journalistin und die Apostelin werden konfrontiert mit Konflikten zwischen dem heiden- und judenchristlichen Christusverständnis. Für Julia ist dieser Streit kaum nachzuvollziehen. Beeindruckt aber ist sie vom Oster- und Pfingstglauben, den sie als großartige Zeichen für den Sieg des Lebens versteht und einen weltweiten Frieden.

Im Laufe ihrer Recherchen problematisiert Julia die vielen lähmenden Spaltungen der Christenheit bis in unsere Gegenwart. Und sie entlarvt, wie wenig diese dem Auftrag Jesu entsprechen oder auch einem Leben nach dem höchsten Gebot: „Gott lieben und deine Nächsten wie dich selbst“.

Im Finale werden die beiden Frauen zu Anwältinnen der Berufung zur Einheit. Darin ein Ziel zu sehen, kann der Christenheit Kraft für die gemeinsame Verantwortung für alles Leben auf der von Gott anvertrauten Erde geben. „Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit“ leitet darum auch das Finale des Oratoriums ein.

Die Bilder

  • Der Funke springt über
  • Mit welcher Kraft, in wessen Namen?
  • Sprachlose Worte
  • Ein Gott, ein Glaube, eine Taufe

Zur musikalischen Gestaltung

Dem Anforderungsprofil des Werkes entsprechend binden die Komponisten die Facetten vieler kirchenmusikalischer Möglichkeiten in das Oratorium ein. Als musikalische Stile stehen nebeneinander: neo-romantische Harmonien, Klänge der orientalischen Folklore, Renaissance-Polyphonie, Pop-Songs, Jazz-Rhythmen, Gregorianik, moderne Klangstrukturen, ein Doppelkanon in 14 Sprachen und vieles mehr. Neben dem Hauptchor und den vier Solisten treten weitere Personengruppen (Apostel, Schriftgelehrte u.a.) in Erscheinung. Das Spektrum der kirchenmusikalischen Kräfte wird durch den Einsatz von Kinderchor und Posaunenchor erweitert. Moderne Tanz-Performance, an einigen Stellen (ad libitum) eingesetzt, kann den Inhalt in eine szenische Darstellung transportieren und auf einer weiteren ästhetischen Ebene erfahrbar machen. Und schließlich können die Zuhörer im abschließenden Choral in die Musik mit einstimmen und ein Teil der gesamten Aufführung werden.

Die Vorproduktion fand unter hohen Hygienevorkehrungen und mit einem großen Aufwand statt. Bild von Peter Reulein.

Digitale Uraufführung Oratorium EINS


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