19.03.2018

Pater Claudius Groß verstorben

Am 17. März 2018 rief der gütige Gott unseren Mitbruder Claudius Groß nach schwerer Krankheit in sein Friedensreich.

Viele Jahre war Pater Claudius in Leitungsaufgaben des Ordens tätig. Er verstarb nach schwerer Krankheit im Hospiz in Fulda. Bild von Archiv Deutsche Franziskanerprovinz.

Pater Claudius wurde als Wolfgang Groß am 04. Februar 1943 in Ahrensberg in Mecklenburg geboren. Sein Vater Franz Groß war als Verwalter des Gutes Ahrensberg tätig, seine Mutter Maria, geb. Vahlkampf, sorgte für die neunköpfige Familie. Während die anderen Geschwister im Westerwald bei Verwandten untergebracht wurden, weil die Mutter die Familie ohne den Vater, der von den sowjetischen Behörden inhaftiert worden war, nicht alleine durchbringen konnte, blieb er bei ihr in Ahrensberg, wo er auch zur Volksschule kam. Als sein Vater aus der Haft entlassen wurde, floh die Familie in den Westen.

1953 wurde er in das Internat und Gymnasium in Watersleyde aufgenommen, wo er 1962 das Abitur bestand. Am 03. Mai 1962 wurde er im Kloster Salmünster in den Franziskanerorden aufgenommen und erhielt den Ordensnamen Claudius. Seine Feierliche Profess legte er am 08. Mai 1966 ebenfalls in Salmünster in die Hände des Provinzialministers Pater Beda Schmidt ab und wurde am 21. Juli 1968 auf dem Frauenberg in Fulda durch Weihbischof Eduard Schick zum Priester geweiht.

1969/1970 absolvierte er das Pastoraljahr in Fulda und arbeitete dann als Religionslehrer in Fulda, wo er auch Novizenmeister wurde. 1979 wurde er zum ersten Mal zum Definitor der damaligen Ordensprovinz Thuringia gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1988 inne. Seit 1982 war er im Kloster Marienthal als Guardian und Wallfahrtsseelsorger stationiert.

Am 05. August 1988 wurde er zum Provinzialminister der Thuringia gewählt. Zehn Jahre hat er die Provinz geleitet und dabei manche Weiche für die Zukunft gestellt. Nach seiner Amtszeit wurde er Rektor des Exerzitienhauses in Hofheim und ab 2001 auch Provinzassistent der Franziskanischen Gemeinschaft. 2004 wechselte er als Postulatsbegleiter nach Wangen und führte die jungen Ordenskandidaten in das Leben der Franziskaner ein.

2007 wurde er Guardian des Klosters auf dem Frauenberg in Fulda und wieder Definitor der Thuringia. Nach der Vereinigung der vier deutschen Ordensprovinzen wurde er 2010 in das Amt des Präsidenten der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn-Bad Godesberg berufen; in diesem Dienst konnte er für das Anliegen der Evangelisierung in den Ländern der Dritten Welt arbeiten. In Godesberg war er ab 2015 auch als Hausvikar und -ökonom tätig. Am 15. September 2016 übernahm er wieder den Dienst des Guardians auf dem Frauenberg in Fulda. Ende 2017 wurde er schwer krank, sein Amt als Hausoberer konnte er nicht mehr weiter ausüben. Am 17. März 2018 ist er im Hospiz in Fulda gestorben.

Pater Claudius wurde auch immer wieder von der Generalleitung des Ordens in Rom für provinzübergreifende Aufgaben angefragt. So war er Generalvisitator der deutschen Ordensprovinzen Saxonia, Silesia und Colonia, der deutschen Klöster Bardel und Mettingen der nordostbrasilianischen Ordensprovinz, der Vikarie in der DDR, der Brüder in der Tschechoslowakei und der Ordensprovinzen Austria und Tirolia. Für die Brüder in Litauen war er einige Jahre ein wichtiger Ansprechpartner.

In allen Aufgaben, in die er berufen wurde, hat er immer die Menschen gesehen, für die er diese Aufgaben übernahm. Ihm war an einem guten Klima in den Häusern gelegen, in denen er lebte und für die er Verantwortung trug, das Eingebundensein in die Gemeinschaft und die Kommunikation mit den Brüdern war für ihn wichtig. Für viele Menschen wurde er ein Seelsorger, der sie in den Höhen und Tiefen ihres Lebens verständnisvoll begleitete.

Möge Pater Claudius nun das, was er geglaubt und worauf er gehofft hat, in der ewigen Gemeinschaft mit Gott erfahren.

Gnädig und barmherzig ist der Herr;
langmütig und reich an Gnade.
(Aus der Liturgie des Sterbetages.)

Die Eucharistie für Pater Claudius feiern wir am Montag, 26. März 2018, um 10:30 Uhr in der Kirche des Franziskanerklosters Frauenberg in Fulda, anschließend ist die Beisetzung auf dem Klosterfriedhof.


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