11.07.2017

Pater Waldemar Birk verstorben

Gott, der gütige Vater rief unseren lieben Mitbruder Waldemar Birk in den Nachmittagsstunden des 9. Juli in sein ewiges Reich

„Ich meine, dass ich auch jetzt im Alter einen Beitrag leiste zum Segen für meine Mitbrüder!“ Pater Waldemar an seinem 85. Geburtstag.
*19. April 1929 in Rottweil † 9. Juli 2017 in Mannheim.

1929 erblickt als Sohn von Rosa und Paul Birk im schwäbischen Rottweil ein liebenswerter Mensch zum ersten Mal das Licht der Welt: Peter Birk. Von diesem Moment an sollten ihm 88 Jahre erfüllten und leidenschaftlichen Lebens geschenkt sein.

Viele Jahre davon verlebt er in Dunningen, nahe bei Rottweil. Dort macht er eine kaufmännische Ausbildung, bis er mit 21 Jahren den Kaufmannsohn Franz von Assisi entdeckt und 1950 als Frater Waldemar in den Franziskanerorden aufgenommen wird.

Nach seinem Noviziat und während des Studiums in Salmünster, Sigmaringen-Gorheim und Fulda bindet er sich am Franziskusfest 1954 für immer an die Brüdergemeinschaft. Eine gute Entscheidung, die ihn in den folgenden mehr als sechs Jahrzehnten an viele Orte und mit vielen Menschen in Kontakt bringen sollte.

Bevor er mit wachem Geist und liebevollen Herzen seine Dienste beginnt, empfängt er am 29. Juli 1956 durch Bischof Edgar Häring OFM in Sigmaringen-Gorheim die Priesterweihe.

Seine ersten pastoralen Schritte machte er dann in der Herz-Jesu-Pfarrei in Rastatt (1958-61). Bis zuletzt pflegte er Freundschaften dorthin und ist als „privater Telefonseelsorger“ aktiv. Nach einem Jahr in Salmünster (1961/62) kommt er 1962 zum ersten Mal nach Mannheim. Er bleibt drei Jahre. Dann zieht es ihn weiter nach Walldürn. Von 1965 bis 1971 wirkte er dort als Militärpfarrer. Diese sechs Jahre zählen mit zu den erfülltesten seines Lebens. Aus dieser Zeit erzählt P. Waldemar gerne und oft Geschichten und Anekdoten. Sehr geprägt haben ihn und die Gemeinde auch die fünfzehn Jahre, in denen er die Pfarrei St. Johann/Freiburg leitete. Gegen Ende seiner Amtszeit verschlechterte sich sein Hörvermögen und er legte die Leitung nieder.

So kam er 1986 in die Gemeinde St. Bonifatius, Mannheim. Er erlernt die Gebärdensprache und wird ein Jahr später Gehörlosenseelsorger der Region Rhein-Neckar. 2001 beendet er seine Tätigkeit, jedoch nur um eine neue Aufgabe zu beginnen. Im nahe gelegenen Theresien-Krankenhaus feiert er nun jeden Freitagmorgen mit den Vinzentinerinnen Eucharistie. Mit 85 Jahren folgt auf sein gern gebrauchtes Wort „Ich kenne meine Grenzen“ sein Abschied von diesem wertvollen und geschätzten Dienst.

Bewegend, wie er trotz zunehmender Hörschwäche in guter Beziehung bleibt, besonders mit seiner großen Familie, für die er immer der „Onkel Peter“ ist. Anrührend, wie Waldemar sich seine Liebenswürdigkeit und Gelassenheit bewahrt: „Ich bin halt alt, aber nicht traurig.“ Sein stark eingeschränktes Hörvermögen wäre ein Grund gewesen, aber für ihn nie wirklich ein Hindernis, die allabendliche Runde in Gemeinschaft ausfallen zu lassen. Interessiert an aktuellen politischen und kirchlichen Themen müht er sich oft um Ausgleich: „Das kann man so oder so sehen.“ Berührend seine tief empfundene Dankbarkeit. Kaum ein Handschlag, den er nicht mit einem „Und vielen Dank“ quittiert. Sein ehrlich ausgesprochener Wunsch „Alles Gute“ bewegte so manches Mal.

Vor einiger Zeit schrieb Pater Waldemar, der Tiefglaubende: „Ich meine, dass ich auch jetzt im Alter einen Beitrag leiste zum Segen für meine Mitbrüder, für die Menschen, denen ich begegnet bin, für alle, die sich meinem Gebet empfohlen haben und für die Anliegen von Kirche und Welt.“

Waldemar wurde selbst zum Segen – als liebenswerter Mensch, glaubhafter Franziskaner und überzeugender Priester.

In den Nachmittagsstunden am Sonntag, 9. Juli ist er friedlich eingeschlafen. Wir wissen ihn nun endgültig und unverlierbar geborgen in Gott.

Deine Freundlichkeit o Herr, will ich in Ewigkeit Preisen. 
(Aus der Stundenliturgie des Sterbetages)

Das Auferstehungsamt für unseren lieben Pater Waldemar feiern wir am Donnerstag, 13. Juli 2017, um 10:30 Uhr
in der St. Bonifatius Kirche, Mannheim-Neckarstadt. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Hauptfriedhof.


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