09.07.2020 Bruder Thomas Freidel

Pilgersaison in Assisi?

Heimatstadt von Franziskus und Klara offen für Besucher

Archivbild: Bruder Thomas Freidel mit einer Pilgergruppe vor der Basilica San Francesco in Assisi. Bild von Uwe Zahn.

Gott sei Dank war die Region Umbrien nicht so extrem betroffen wie der Norden Italiens. Das Glück war vielleicht, dass der Ausbruch der Pandemie nicht in einer Zeit der touristischen Hochsaison erfolgte. In Assisi selbst waren nur etwa 30 Erkrankungen gemeldet.

Bis vor kurzem noch herrschte eine strenge Ausgangssperre in Assisi. Die Stadt war so menschenleer wie wohl noch kaum in ihrer Geschichte. Die Stadtverwaltung bemühte sich sehr, durch die Ertüchtigung des hiesigen Krankenhauses, nächtliche Desinfektionen der Straßen, Hilfsdienst für alte und alleinstehende Personen usw. So gelang es durch die konsequente Befolgung der Vorschriften, ein Übergreifen der Pandemie aus den nördlichen Landesteilen in Grenzen zu halten.

Die Schwestern und Brüder in den Ordenshäusern lebten wie alle anderen Einwohner in strenger Klausur. Entlassungen von angestellten Mitarbeitern konnten bisher vermieden werden. Es fanden keine öffentlichen Gottesdienste statt, dafür wurden die Internetübertragungen gerne angenommen.

Die größeren Besuchergruppen hatten alle bis in den Herbst hinein ihre Reisen abgesagt, viele Termine wurden gleich ins kommende Jahr verschoben.

Wir haben eine zunehmende Normalisierung der Situation seit etwa vier Wochen

Nachdem nach all diesen Ereignissen für uns das Pilgerjahr 2020 eigentlich schon gelaufen schien, gab es doch in den vergangenen vier Wochen eine verhalten positive Entwicklung: Gottesdienste können wir wieder feiern, wenn auch mit Mundschutz für die Gläubigen. Überrascht waren wir vom großen Zustrom der -italienischen- Gottesdienstbesucher an den vergangenen Sonntagen, sodass wir das frühere Angebot an Messen wiederaufgenommen und sogar noch erweitert haben und so mit der begrenzten Einlasszahl (z.B. 200 Personen in San Francesco/ Oberkirche) und der gründlichen Reinigung nach den Gottesdiensten gut zurechtkommen.

Die Gästehäuser, Ristoranti und Geschäfte in der Stadt nehmen wieder ihren Betrieb auf, alle gut vorbereitet, gemäß der Hygienevorschriften. Weiterhin gilt die Regel, den Mund-Nasenschutz in Kirchen, Geschäften usw. zu tragen, Abstand zu wahren und am Eingang die Hände zu desinfizieren.

Führungen in der Basilica San Francesco sind auch wieder möglich, derzeit noch begrenzt auf 25 Personen pro Gruppe. In engen Räumen, wie etwa in San Damiano, wird die Erklärung im Freien gegeben.

So haben sich in den letzten Wochen dann auch, manchmal spontan, Einzelpersonen und Kleinstgruppen nach Assisi aufgemacht; alle, denen ich begegne, berichten von guten Erfahrungen, was natürlich auch mit dem wesentlich geringeren Besucherandrang als sonst zusammenhängt. Einige für den Herbst angekündigte Pilgergruppen wollen mit stark reduzierter Personenzahl kommen.

Vielleicht ist bis dahin mit einer Veränderung der Situation und weiteren Erleichterungen zu rechnen, wenn die Entwicklung dauerhaft stabil bleiben sollte. Für die beiden bevorstehenden Großereignisse, das Franziskusfest am 3./4. Oktober und die Seligsprechung von Carlo Acutis am 10. Oktober laufen bereits die organisatorischen Vorbereitungen, beide Feiern werden vermutlich auf mehrere Großbildschirme auf verschiedene Plätze in der Stadt übertragen werden.

Ein Besuch in Assisi ist also wieder möglich!


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