28.05.2020 Sr. M. Ancilla Röttger osc

Schrei um den Heiligen Geist

Ein Pfingstimpuls von Schwester Ancilla

Der Schrei eines Adler. Bild von Michael K, pixabay.com

„Das Beten um den Heiligen Geist muss ein Schrei sein oder es ist keines!“
-Simone Weil-

Nicht, weil Gott schwerhörig sein könnte,
sondern weil es bei mir wie ein Schrei herauskommen muss,
sonst ist es vielleicht auch nur eine liturgische Floskel.

Wann schreie ich um etwas?
Wenn ein geliebter Mensch sich von mir abwendet und ich um die gefährdete Liebe schreie.
Wenn ich eine tödliche Krankheitsdiagnose erhalte und um mein Leben schreie.
Wenn Schmerzen unerträglich werden und ich nach Befreiung schreie.
Wenn sich mir durch den Tod eines geliebten Menschen alles in Trauer verdunkelt und ich nach Trost schreie.
Wenn ich in sozialer Not meine Arbeit verliere und um meinen Lebensort in der Gesellschaft schreie.
Wenn Mobbing am Arbeitsplatz oder Feindschaft in meiner Umgebung mir die Kriegssituation vieler Menschen in fremden Ländern auf den Leib schreiben und ich um Frieden schreie.

All diese Leidsituationen,
in denen ich nach Erlösung schreie,
haben mit dem Geist Gottes zu tun,
denn andere Namen für ihn sind:
Liebe, Leben, Freiheit, Trost, Beistand, Frieden.

Komm!
Veni!
Sancte!
Spiritus!


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