23.03.2021 (MF /SF) Statement der Interfranziskanischen Arbeitsgemeinschaft,INFAG

Statement zur Segnung von homosexuellen Paaren

Franziskanische Gemeinschaften betroffen über das Schreiben der Glaubenskongregation

Mit Empörung hat die Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft (INFAG), die Dachorganisation der franziskanischen Ordensgemeinschaften in Deutschland, Luxemburg und Belgien, das Schreiben der Glaubenskongregation zur Frage der Segnung von homosexuellen Paaren zur Kenntnis genommen.

Es unterstellt gleichgeschlechtlich liebenden Paaren, nicht Teil des göttlichen Schöpfungsplans zu sein und fordert homosexuelle Menschen auf, ihre sexuelle Orientierung zu unterdrücken. Wir distanzieren uns von der im „Responsum“ vorgetragenen Bewertung der Glaubenskongregation, diese Sichtweise als „nicht diskriminierend“ zu bezeichnen. Eine Zusage der Heilszuwendung Gottes in Form eines Segens Menschen zu verweigern, die aufrichtig darum bitten, halten wir für nicht akzeptabel. Das „Responsum“ verschließt die Augen vor der Lebenswirklichkeit unserer Zeit und verletzt Menschen, die in homosexuellen Lebenspartnerschaften aufrichtig und authentisch miteinander ihren Weg suchen im Glauben, Hoffen und Lieben. Gleichzeitig blendet es die Bemühungen um eine erneuerte Sexualmoral in der aktuellen theologischen Debatte völlig aus. Es dokumentiert damit ein erschreckendes Maß an humanwissenschaftlicher, theologischer und pastoraler Ignoranz.

Uns befremdet zudem der doktrinär patriarchale Kommunikationsstil, mit dem das Schreiben auftritt. Der Anspruch, eine laufende Debatte per Machtwort gemäß „Roma locuta, causa finita“ (Rom hat gesprochen, die Sache ist erledigt) beenden zu wollen, widerspricht dem von Papst Franziskus geforderten synodalem Geist des Dialogs. Wir unterstützen die auch von vielen Bischöfen in Deutschland mitgetragenen Bemühungen, angemessene rituelle Formen für homosexuelle Paare zu erarbeiten und zu gestalten.


Die Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft (INFAG) ist ein Zusammenschluss der deutschsprachigen franziskanischen Ordensgemeinschaften in Deutschland, Luxemburg und Belgien.


3 Kommentare zu “Statement zur Segnung von homosexuellen Paaren

  1. Der Kommentar von Andreas Mallinckrodt ist ein wenig zu kurz, um seinen Beweggrund hierfür ganz eindeutig zu erkennen, ohne ihm etwas Falsches zu unterstellen. Aber ich erlaube mir, seine Motivation zu hinterfragen. Ist es die Ewiggestrigkeit der konservativen Kirchenmitglieder? Die Lieblosigkeit derjenigen, die Gottes Liebe zu ALLEN Menschen noch immer nicht verstanden haben? Ist es das alte binäre Denken, das einteilt in Mann und Frau, hetero- und homosexuell bzw. „queer“, in „einzig seeligmachende Kirche“ und Anders-/Falschgläubige?
    Bis hinauf zum Papst wird gesagt, dass Gott auch homosexuelle Menschen liebt. Wenn dann aber gleichzeitig gesagt wird, dass Heterosexuelle Kinder Gottes sind, was sind dann Homosexuelle? Kinder des Teufels? Wer wagt sich so weit aus dem Fenster zu lehnen?

    Gott sagte zu Moses: Ich bin der „Ich bin da“. Ohne Wenn und Aber, ohne Exklusivität. Und Jesus hatte Umgang mit Zöllnern und anderen Sündern, ohne dass ihm ein „Zacken aus der Krone“ gebrochen ist. Er empfing alle mit offenen Armen und berief jeden in seine Nachfolge.
    Es wäre schön, wenn wir Menschen im 21. Jahrhundert endlich begreifen würden, dass wir alle vor Gott gleich sind: Alte und Junge, Kranke und Gesunde, Behinderte und Nichtbehinderte, egal welche sexuelle Orientierung der Mensch hat, egal, welchem Glauben er oder sie angehört. NIEMAND muss sich mehr für sein So-Sein rechtfertigen müssen. Und wir alle müssen endlich aufhören, in Kategorien zu denken und einzuteilen. Ein Rassedenken und Verbrechen an „Nicht-dazu-gehörende“ darf es nie wieder geben!

  2. Segnung von homosexuellen Paaren durch Sie: „Wird der Menschensohn, wenn er wiederkommt, noch Glauben vorfinden?“
    Grüße
    Andreas Mallinckrodt

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