06.06.2018 Franziskaner Mission

Suche Frieden und jage ihm nach!

Die Missionszeitschrift der Franziskaner, Ausgabe 2/2018

Suche Frieden und jage ihm nach! Die Missionszeitschrift der Franziskaner, Ausgabe 2/2018. Klick auf Bild startet Lesemodus

suche Frieden – so lautete das Motto des diesjährigen Katholikentags in Münster. Zehntausende Menschen haben dieses Treffen der katholischen Laienbewegung besucht und erfuhren bei zahlreichen Veranstaltungen, was unter dem Begriff Frieden eigentlich gesucht werden sollte. Friede aus christlicher Sicht ist ja nicht nur die Abwesenheit von Krieg. Friede ist darüber hinaus auch die Achtung der Menschenrechte, ein ehrlicher Dialog, gerechtes Miteinander, Bewahrung der Schöpfung, ein klares Nein zu jeglicher Art von Gewalt – um nur einige Aspekte zu nennen.

Diese Ausgabe der Franziskaner Mission greift das Motto des Katholikentags auf und erweitert es nach Psalm 34, Vers 15: suche Frieden und jage ihm nach! Was bleibt und was kommt nach dem beeindruckenden Christentreffen in der Stadt des Westfälischen Friedens? Natürlich sind Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen bezüglich einer nachhaltigen Friedenssicherung auch weiter in der Pfl icht. Aber als Christ bin ich ganz persönlich mitverantwortlich, meine Kreativität, Talente und Kräfte in den Aufbau einer friedlichen Welt zu investieren.

Ein Beitrag zum Frieden schaffen möchte dieses Heft sein. Die Artikel aus zahlreichen Ländern zeigen anschaulich, dass in unseren Initiativen und Projekten zugunsten von Verarmten und Ausgegrenzten konkrete Friedensarbeit geleistet wird. Unsere Nichtregierungsorganisation „Franciscans International“ tritt unermüdlich für die Verteidigung der Menschenrechte ein. Die „franziskanische Initiative 1219“ fördert, nach dem Beispiel des Franz von Assisi, den Dialog zwischen Kulturen und Religionen. Der „Franziskanische Dienst für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ steht in vielen Ländern für Bewusstseinsbildung im Sinne eines menschlichen Miteinanders in Familie und Gesellschaft. Das „Franciscan Peacebuilding Center“ in Kivumu in Ruanda leistet Versöhnungsarbeit in einem immer noch vom Völkermord gezeichneten Land. Wie das Titelbild zeigt, gehört in unseren Schulen Friedenstraining selbstverständlich zum Unterrichtsalltag. In einem der Beiträge macht ein vietnamesischer Franziskaner deutlich, dass in seiner asiatischen Heimat – nicht nur wegen der Spätfolgen des Vietnamkriegs – konkrete Friedensarbeit die Brüder umtreibt.

Im Johannesevangelium 14,27 sagt Jesus: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich Euch.“ Das heißt nicht, dass wir uns damit aus unserer Mitverantwortung stehlen können.

Ganz im Gegenteil: Angesichts so vieler gewalttätiger Konflikte und halbherziger Friedensbekundungen sind wir aufgefordert, dem gottgestifteten Frieden nachzujagen und seine Anwältinnen und Anwälte zu sein. So wie der Heilige aus Assisi es mutig getan hat. Die Malerei aus Südamerika auf unserer Mittelseite stellt Franziskus mit seiner unerschrockenen Friedensbotschaft mitten in der offenen „sozialen Schere“ dar. Franziskus ermutigt uns, auch die vielen kriegsähnlichen Zustände in menschenverachtenden Systemen in den Blick zu nehmen. Mit dem Wolf-Zähmer von Gubbio wollen wir Instrumente des Friedens sein und Friedenslichter, die unsere Welt heller machen – auch nach Münster!

 

Die Zeitschrift Franziskaner Mission liegt in gedruckter Form in allen Klöstern und Werken der Deutschen Franziskaner aus und wird an mehr als 35.000 Spender und Freunde der Franziskaner verschickt.

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