04.10.2017 von Marion Eckert

Tiersegnung am Kreuzberg. Mit dabei: Joseph, der neue Bernhardinerhund

Auch in diesem Jahr wurde die liebgewordene Tradition der Tiersegnung auf dem Kreuzberg fortgeführt

In Begleitung ihrer Besitzer segnet Bruder Georg die vierbeinigen Freunde mit Weihwasser. Die Rettungshundestaffel aus Rhön-Grabfeld war dieses Mal auch mit ihren Schützlingen bei der Tiersegnung.
Bild von Marion Eckert.

Für Bruder Georg Andlinger war es die erste Tiersegnung auf dem Kreuzberg. Im vorigen Jahr war es noch Bruder Stanislaus Wentowski, der die Tiersegnung ursprünglich initiiert hatte und der sich auch von den Tieren verabschiedete.

Star der diesjährigen Tiersegnung war der neue Bernhardiner auf dem Kreuzberg mit Namen Joseph. Die alte Hündin Rana musste eingeschläfert werden und für alle Verantwortlichen am Kreuzberg stand fest, dass ein neuer Bernhardiner angeschafft werde. Die Wahl fiel auf Joseph. Er ist dreieinhalb Jahre alt und war ein Kettenhund in Rumänien. Vor diesem Schicksal wurde er gerettet und darf sich nun auf dem Kreuzberg seines Lebens freuen. Joseph ist der besondere Freund und Begleiter von Bruder Wolfgang, der den kräftigen jungen Hund bändigen kann. Aber auch Altbraumeister Ludwig Klebl lässt es sich natürlich nicht nehmen jeden Tag mit Joseph seine Runden am Kreuzberg zu drehen.

Gerne übernahm Bruder Georg die Aufgabe, die Tiersegnung am Kreuzberg fortzuführen. Er sprach von eigenen Kindheits- und Jugenderinnerungen mit allerlei Tieren auf dem Bauernhof seines Onkels im Münsterland. Da habe es alles gegeben, was zu einem Bauernhof früher so gehörte, Pferde, Kühe, einen Ziegenbock, Enten und Gänse, Katzen und natürlich Hunde. Er selbst habe als Kind und Jugendlicher auch einen Hund gehabt. „Ich habe viele schöne Erinnerungen im Umgang mit Tieren.“ Die Tiersegnung am Kreuzberg war für Bruder Georg mehr als die Segnung der lieben Begleiter der Menschen. Vor allem waren die Kreuzbergbesucher mit Hunden gekommen, aber auch drei Reiter waren im Hintergrund mit dabei. Bruder Georg erinnerte an die Tierliebe des Heiligen Franziskus, der sich in einer geschwisterlichen Verbundenheit mit den Tieren sah.

Bereits im Alten Testament, in den zehn Geboten sei im dritten Gebot nicht nur die Rede davon, dass die Menschen den Sabbat zu heiligen haben, sondern auch den Tieren ein Tag der Ruhe zu gönnen sei. Dies sei zu damaliger Zeit vermutlich nicht für Hunde und Katzen geschrieben worden, sondern für Ochs und Esel, die schwere Arbeit zu verrichten hatten. Es entspreche der göttlichen Ordnung, auch den Tieren einen Tag der Ruhe zu gönnen, weil sie Geschöpfe Gottes seien. So sei die Tiersegnung auch die rechte Gelegenheit an die Nutz- und Schlachttiere zu denken, die auch Geschöpfe Gottes seien und oftmals üblen Bedingungen ausgeliefert seien. Jeder der ein Tier seinen lieben Begleiter nenne, dürfe sich vergegenwärtigen, dass Tiere keine Materie zur Produktion von Lebensmitteln seien, dass beispielsweise Kühe keine Produktionsmaschinen für Milch seien.

Bruder Wolfgang und der neue Bernhardiner Joseph sind die besten Freunde. Bild von Marion Eckert.

Und noch eine Geschichte hatte Bruder Georg für die Menschen. Als Junge habe er die Kühe auf dem Bauernhof seines Onkels gerne zum melken nach Hause geholt. Immer gingen die Kühe auf den selben Platz im Stall, das war nicht zu ändern. Als er das eines Tages probierte, zeigte ihm die Kuh, dass sie beharrlich, geduldig und hartnäckig auf ihren Platz im Stall zurück ging.

Eines Tages aber ging eine Kuh nicht in ihre Box, sondern blieb davor stehen. Es wurde nachgeschaut und siehe da, vor der Futterkrippe hatte eine Katze ihre Jungen im Stroh zur Welt gebracht.

„Die Kuh hatte die Situation offenbar erkannt und sich dann so hingelegt, dass auch die Katze und ihre Jungen genügend Platz hatten. So können Tiere miteinander umgehen“, kommentierte Pater Georg dieses beeindruckende Erlebnis aus seiner Kindheit.

Schließlich wurde im Gebet für alle Tiere als Mitgeschöpfe gebetet, dass sie bewahrt werden vor Krankheit, Seuchen und Gefahren. Aber auch für die Tierhalter, dass sie mitfühlend und mit liebevoller Hand ihre Schützlinge versorgen


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