01.06.2016

Von Angesicht zu Angesicht

Die Missionszeitschrift der Franziskaner, Ausgabe 2/2016

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Titel der Zeitschrift Franziskaner Mission, 2 / 2016
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„Seht, da ist der Mensch“ lautete das Leitwort des 100. Deutschen Katholikentags in Leipzig. Es ist eine Einladung, unsere Augen zu öffnen und genau hinzuschauen. Und es ist ein richtungsweisendes Motto. Inspiriert vom Beispiel Jesu ist unsere christliche Blickrichtung klar: Wir schauen auf den Menschen! Bei der Suche nach Antworten auf die zahlreichen gesellschaftlichen Herausforderungen muss stets der Mensch im Mittelpunkt stehen, sein Wert und seine Würde sind Maßstab unseres Handelns und Gestaltens.

Aber was ist das Fundament dieser eindeutigen Handlungsrichtung? In Genesis 1,27 lesen wir: »Gott schuf also den Menschen als sein Abbild.« Und Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus: »Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.« (Eph 4,24) Ja, daraus erwächst unser Einsatz für den Menschen und seine Würde. Franziskus von Assisi erblickte im geschundenen Aussätzigen das Antlitz Jesu und damit die göttliche Dimension dieses von der damaligen Gesellschaft verstoßenen Lebens. Er blickt von Angesicht zu Angesicht, begegnet im Ausgestoßenen dem Herrn.

Diese »Befreiungsbrille« möchten wir uns mit dieser Ausgabe der »Franziskaner Mission« aufsetzen, um den richtigen Durchblick zu gewinnen: von Angesicht zu Angesicht! Der Hefttitel lenkt unseren Blick auf Raimundo, einen Tagelöhner aus dem verarmten Nordostbrasilien. Raimundo hat nichts zu lachen, sein Gesicht zeugt von der Leidensgeschichte seines Lebens. Aber seine reichen Lebenserfahrungen machen ihn zum »Philosophen«, wie ihn seine Nachbarn liebevoll nennen. Er hält mit seinen Überzeugungen nicht hinterm Berg. Sein Angesicht und seine Geschichte führen uns den biblischen Gottesknecht vor Augen und damit das Angesicht Jesu: „Seht, da ist der Mensch!“

Das ist auch die Blickrichtung unserer Missionarinnen und Missionare. Sie haben vor allem Menschen am Rande im Blick, an den Bruchstellen unserer heutigen Welt: in Obdachlosenzentren oder Suppenküchen, im unerschrockenen Einsatz für Minderheiten oder gegen menschenverachtende Korruption, im Kampf gegen Rassismus oder Großprojekte, die menschlichen Lebensraum zerstören. Das war genau die Blickrichtung von Franziskus, der auch heute, durch so viele beeindruckende Lebenszeugnisse, sein Gesicht nicht verloren hat, wie die Collage auf der Mittelseite beeindruckend zeigt. Und der Fanziskanerkünstler Laurentius Englisch ruft uns mit seiner Malerei auf der Rückseite zu: Gebt Ihr ihnen »Stärke, Mut, Schutz und Perspektiven«!

Themen

  • Was ist der Mensch? – Auf der Suche nach dem passenden Selbst-Bild
  • „Kein Bild machen“ – Bilderverbot in Judentum, Christentum und Islam
  • Vielfalt der Völker – Menschen in Bolivien
  • Neuer Hirte in Xingu – Der Franziskaner Joao Muniz Alves wird Bischof von Altamira

Die Zeitschrift Franziskaner Mission liegt in gedruckter Form in allen Klöstern und Werken der Deutschen Franziskaner aus und wird an mehr als 35.000 Spender und Freunde der Franziskaner verschickt.

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Franziskaner Mission, Franziskanerstraße 1, 44143 Dortmund
Tel: 0231 / 176 3375
eMail: info@franziskanermission.de


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