Im Land des Herrn | 72. Jahrgang | 2018 - 4

us Ägypten rief ich meinen Sohn – so ist der Name des ersten Artikels dieses neu- en Heftes. Schon auf dem Umschlag dieses Heftes sehen Sie die Heilige Familie in Ägypten, eine Malerei aus dem koptischen Kloster in Höxter-Brenk- hausen. Vor 800 Jahren ist der heilige Franzis- kus nach Damiette in Ägypten gereist, um mit dem dortigen Sultan zusammenzutreffen. Die- ses Ereignis gibt uns den Anlass, uns mit den koptischen Christen zu beschäftigen, den Chris- ten Ägyptens, die in den letzten Monaten und Jahren viel durchmachen mussten: die Anschlä- ge auf Christen hören nicht auf, seit 2015 star- ben über 150 Christen, dutzende Kirchen wur- den angegriffen. Die sozialen und religiösen Spannungen in Oberägypten sind unüberseh- bar, auch und gerade nach dem „Arabischen Frühling¬”. Wir Christen in Europa können nur Hochach- tung empfinden angesichts des Glaubensmutes unserer verfolgten Schwestern und Brüder. Auch im Heiligen Land, speziell in Jerusalem, sind koptische Christen vertreten; einmal durch das koptische Patriarchat und die Präsenz der Kopten in der kleinen Kapelle direkt hinter dem Gab Christi. Im nördlichen Teil der Altstadt gibt es ein kleines koptisches Viertel mit Schu- le und kleinen Läden, seit einigen Jahren sind auch koptische Pilger wieder in der Stadt sicht- bar. Doch unser Augenmerk soll im neuen Heft einem relativ neuen koptischen Kloster in Deutschland gelten: Höxter-Brenkhausen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich einen Besuch dort nicht entgehen lassen. Es ist interessant zu erfahren, dass es schon sei t ca. 1972 eine „kopt ische Pastoral ” in Deutschland gibt und dass es ungefähr 15.000 Sehr verehrte Leserinnen und Leser, liebe Freunde und Wohltäter des Heiligen Landes! koptische Gläubige sind – darüber hinaus ist das Kloster aber auch Anlaufstelle für viele Christen aus Äthiopien, Syrien und Armenien, denen sich der dortige charismatische Bischof mit seinen sechs Mönchspriestern widmet. Auch im nächsten Jahr wollen wir die koptische Kir- che und ihre Spiritualität weiter vorstellen. Dem Gedenken an den Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren zu Ende ging, sind Auszüge aus einem kleinen Buch gewidmet: „Jildirim”. Es sind unterhaltsame, aber auch tiefgründige Erlebnis- se eines deutschen Soldaten, der vor 100 Jahren Teile des Heiligen Landes kennenlernt. Besonders wollte ich die Begegnungen mit den hier lebenden Deutschen herausstellen. Mit Pauline de Nikolay skizziert uns P. Gottfried Egger das Leben einer prägnanten Frauengestalt des Heiligen Landes – und das wird ergänzt durch ein sehr lesenswertes Buch über die Pil- gerreise der Egeria – endlich hat man die Gele- genheit, nicht nur den Reiseablauf zu verfolgen. Georg Röwekamp, Leiter des Jerusalem-Büros des DVHL, bietet uns hier einen hervorragenden Einblick in die Verhältnisse im Heiligen Land in byzantinischer Zeit. Ein kleiner weihnachtlicher Artikel soll nicht fehlen; und bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen auch im Namen aller Mitarbeiter ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles erdenklich Gute für das kommende Jahr 2019 wünschen. Zugleich ein herzliches „Vergelts Gott” für Ihr Gebet und Hilfe im Jahre 2018 verbleibe ich auch im Namen der anderen deutschsprachigen Kommissare, Ihr A 122

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