Im Land des Herrn | 73. Jahrgang | 2019 - 3

ixit Dominus – „So spricht der Herr zu meinem Herrn”: sicher haben Sie diese Worte schon oft gehört, sei es durch unzählige Vertonungen der Musikgeschichte oder beim Besuch einer Vesper, dem Abendgebet der Kir- che. Auch mich begleiten die Anfangsverse des 110. Psalms, seit ich vor über 30 Jahren ins Kloster eingetreten bin, denn dieser Psalm wird sehr oft beim Stundengebet rezitiert, gerade an Sonn- und Feiertagen. Und eigentlich war es auch mir immer etwas schleierhaft, wenn es da heißt: „Du bist Priester auf ewig nach der Ord- nung Melchisedeks.” Wer ist dieser Melchise- dek, von dem sonst in der Bibel kaum die Rede ist? Und wenn Sie sich die Mühe machen und diesen Psalm in der Bibel oder im „Gotteslob” nachschlagen und einmal ruhig lesen, dann fällt Ihnen trotz des etwas rätselhaften Inhalts auf, dass die Worte einen sehr gesetzten, ja gerade majestätischen Ton haben. P. Felix Gradl will uns in seinem Beitrag diese biblische Person des Melchisedek „entschleiern”. Auf der Vorder- seite des Heftes tritt er uns auch bildlich ent- gegen in einem der meisterhaften Mosaike der Kirche Sant’Apollinare in Classe, Ravenna. Besonders freue ich mich, dass P. Gregor­ Geiger uns in seinem Artikel aktuelle Informa- tionen aus erster Hand über die Lage im Irak und besonders über die Lage der Christen im Irak liefert. Wenn auch nicht direkt „Im Land des Herrn”, so ist der Irak mit einigen nicht unbedeutenden biblischen Erinnerungen geseg- net. Leider kommt dieser Aspekt bei Medienbe- richten über dieses Land überhaupt nicht vor … Im letzten Heft war der Focus auf Syrien gerich- tet, mit dem Artikel über Karakosch schauen wir in ein weiteres Land des Nahen Ostens. Wie eine „Klammer” steht da der Artikel „Friede im Nahen Osten” von unserem langjährigen Kustos Sehr verehrte Leserinnen und Leser, liebe Freunde und Wohltäter des Heiligen Landes! des Heiligen Landes, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa OFM, jetzt Apostolischer Admi- nistrator des Lateinischen Patriarchates in Jeru- salem. Hinter diesem beeindruckenden Titel steht unser franziskanischer Mitbruder, der einer der besten Kenner der Situation ist, der aber auch analysiert und Visionen entwickelt. Im Rahmen unseres Jubiläumsjahres „800 Jahre Begegnung zwischen Franziskus und dem Sultan” kam der Erzbischof nach München, um einen Vortrag in der Katholischen Akademie zu diesem Thema zu halten. Wir geben diesen Vortrag hier so wieder, wie er (in Englisch) gehalten wurde, nichts sollte geglättet oder ergänzt werden. Im dritten Teil seiner Reihe beleuchtet P. Gott- fried Egger wieder einen Gefährten des Heiligen Franziskus, nämlich Br. Benedikt Sinigardi. Wir Franziskaner brauchen uns nicht verstecken was unseren Dienst im Heiligen Land und für die christliche Präsenz im Heiligen Land angeht. Und darum tut es auch gut, zurückzuschauen auf die Geschichte dieser Präsenz – mit Demut und auch mit Stolz. Und wer von der Fülle der im Artikel erwähnten Fakten und Daten überfordert sein sollte, dem empfehle ich besonders das Ende des Artikels, wo Sie erfahren werden, dass der „Angelus”, der „Engel des Herrn” ein bibli- sches und franziskanisch inspiriertes Gebet ist! Mit dem Gebet möchte ich dieses Vorwort schließen: bitte vergessen Sie nicht, diese Arbeit in Ihr Gebet einzuschließen. Was könnten wir schon ohne das Gebet all unserer Freunde und Wohltäter ausrichten? Sie gehören zu unserer Mission „Im Lande des Herrn”. Im Namen der deutschsprachigen Kommissare des Heiligen Landes, Ihr D 82

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