28.03.2018

Zukunft der Arbeit – Chancen und Risiken der Wirtschaft 4.0

Die Zeitschrift der Franziskaner - Frühling 2018

Titel der Zeitschrift Franziskaner, Frühling 2018
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Arbeit soll Freude machen, flexibel gestaltbar, familienfreundlich sein, Selbstverwirklichung und eine gute Work-Life-Balance ermöglichen. Gut hört sich das an. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Für die meisten Menschen ist Arbeit einfach notwendig zur Existenzsicherung. „Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen“ (Gen 3,19), weiß schon die Bibel.

Die Einstellung zur Arbeit und die Arbeitswelt selbst haben sich immer wieder fundamental verändert. In der Antike galt körperliche Arbeit für einen freien Mann als unwürdig, sie war Sache der Frauen und Sklaven. Das Christentum setzte andere Akzente, war doch Jesus selbst ein Zimmermann. „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“ (2 Thess 3,10), schreibt Paulus, der sich sein Brot als Zeltmacher verdiente. Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war die Arbeitswelt von Landwirtschaft und Handwerk geprägt. Die industrielle Revolution und die mit ihr einhergehende Massenproduktion haben dann zu radikalen gesellschaftlichen, sozialen und politischen Umwälzungen geführt. Vergleichbares erleben wir gerade in der digitalen Revolution: Es entstehen völlig neue Produktionswelten. Gewohnte Berufe und Arbeitsverhältnisse verschwinden. Arbeit fällt weg. Eine unaufhaltsame technische Innovation und rasant steigende Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt grenzen massenhaft Menschen aus und schaffen ein neues Proletariat. Und das alles geschieht in einer global vernetzten Welt mit riesigen Migrationsbewegungen.

„Und ich arbeitete mit meinen Händen und will arbeiten. Und ich will, dass alle Brüder eine Handarbeit verrichten, die ehrbar ist“, schreibt Franz von Assisi in seinem Testament. Was aber tun, wenn die Arbeit nicht mehr für alle ausreicht? Wenn Arbeitsbedingungen wieder neu entfremden und versklaven? Wenn der Mensch nur noch auf seine Arbeitskraft, auf Leistung und wirtschaftliche Effizienz reduziert wird? Oder wenn er durch vollautomatisierte Arbeitsabläufe ganz überflüssig wird? „Die Würde des Menschen hat Vorrang vor dem Kapital. Die Arbeit soll dem Menschen dienen und nicht der Mensch der Arbeit“ (Papst Johannes Paul II.). Geht das überhaupt noch? Oder bieten diese Umwälzungen umgekehrt vielleicht auch Chancen? Denn das wussten Menschen schon immer: Die Arbeit kann nicht alles sein …

Weitere Themen

  • Kongo – Der Konflikt zwischen Kirche und Regime spitzt sich zu
  • Die Farben meiner Seele – Zum guten Umgang mit Gefühlen
  • Gedenkstätte Esterwegen – Mauritzer Franziskanerinnen beim ehemaligen Konzentrationslager
  • Führt Gott in Versuchung? – Zur Debatte um die Vaterunser-Übersetzung

 

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