André Madaus

Franziskuskreis Attendorn

Die Franziskaner sind fort - aber der Geist von Franziskus lebt weiter in der Gemeinde

Bis 1998 gab es in Attendorn ein Kloster der Franziskaner. Als der Orden den Standort aufgeben musste, entschlossen sich mehrere Menschen der Gemeinde, eine franziskanisch ausgerichtete Gruppe zu gründen. Dem bis heute bestehenden Franziskuskreis gehören Menschen aus Attendorn und Umgebung an, die sich zum regelmäßigen Austausch und Gebet treffen, Fahrten unternehmen, gemeinsame Exerzitien machen und einen Monatsbrief herausgeben.

Interview mit Angela Selter, die unter anderem für die Monatsbriefe des Franziskuskreises verantwortlich ist.

 

Franziskuskreis Attendorn, Gruppenbild im Sommer 2014. Bild von Bruder Korbinian Klinger
Franziskuskreis Attendorn, Gruppenbild im Sommer 2014. Bild von Bruder Korbinian Klinger

Was genau ist der Franziskuskreis in Attendorn?

Der Kreis ist 1998 entstanden, kurz bevor das Kloster Attendorn geschlossen wurde, um hier das Franziskanische weiterleben und wachhalten zu können. Das wurde damals von den Brüdern mit angestoßen. Heute, 16 Jahre später, gehören dem Kreis ungefähr 30 Leute an, die sich weiterhin regelmäßig treffen. Es gibt wöchentliche Treffen, immer im Wechsel mit einem San Damiano-Kreis mit Bibelteilen oder einem Wort-Gottesdienst. Zwei Mal im Jahr finden gemeinsame Wochenendveranstaltungen statt, zuletzt im Kloster Rheda-Wiedenbrück. Wir haben immer die Begleitung durch einen franziskanischen Bruder gehabt. Im Moment betreut uns Bruder Korbinian Klinger OFM aus Rheda-Wiedenbrück. Eine besondere Veranstaltung sind die jährlichen Friedenswege, die wir 2001 initiiert haben. Daran nehmen hier in Attendorn immer viele Menschen teil. Dabei werden die verschiedenen Konfessionen und Religionen in einen Rundweg durch die Stadt mit einbezogen, und an den verschiedenen Kirchen und Gebetstätten wird jeweils Halt gemacht.

Was ist das spezifisch Franziskanische bei ihren Veranstaltungen?

Vielleicht ist das die Art der Spiritualität, wie wir sie ja auch kennengelernt haben bei den Brüdern. Zum Kloster gehörte damals auch eine Kirche, die wir in den ersten Jahren noch offen halten wollten. Da gab es eine große Verbundenheit mit diesem Raum, aber später wurde die Kirche abgerissen. Aber was macht diese franziskanische Spiritualität aus? Vielleicht ist es die Nähe zum Leben, die Nähe zu den Menschen, sodass es uns gut gelingt, über diese Ansätze eine Brücke zu unserem Alltag zu schlagen. Das ist ja der Sinn unserer Wortgottesdienste und beim Bibelteilen: Gemeinsam zu schauen, wie wir unseren Glauben immer wieder konkret leben können. Das Thema Frieden ist ja auch ein franziskanisches Stichwort, und die Achtung vor der Schöpfung spielt nicht zuletzt auch bei unserer jährlichen Wanderung eine wichtige Rolle. Dabei zieht dann die Gruppe los und sucht sich am Abend irgendwo eine Herberge in dem Vertrauen auf gastfreundliche Menschen. Das hat bisher immer geklappt.

Sind unter den heutigen Mitgliedern noch viele, die schon von Anfang an dabei waren?

Wir halten den Kreis bewusst offen, sodass auch immer wieder Menschen dazukommen. Aber es sind auch noch viele vom Anfang dabei. Damals waren es viele junge Familien, heute sind die meisten zwischen 40 und 60 Jahre alt. Schön ist, dass viele unserer Kinder – die meisten machen gerade Abitur – oft mit dabei sind und auch bei den Wochenenden mitfahren. Sie haben sogar den Fußballverein „Franziskuskreis Attendorn“ gegründet und nehmen damit an Turnieren teil. Wie man sieht, hat der Franziskuskreis viele verschiedene Facetten.

Erstveröffentlichung in der Zeitschrift Franziskaner im Sommer 2014

Surftipp

Die Monatsbriefe und vieles mehr findet sich auf der eigenen Homepage des Franziskuskreises: www.franziskuskreis.de


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