24.06.2022 Bruder Helmut Schlegel

Regenerative Ressourcen für unsere Köpfe

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Oft ist das, was uns beschäftigt, uns sorgt und uns Angst macht, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.


Bruder Helmut Schlegel

Es ist höchste Zeit! Wenn wir wollen, dass die Erde inklusive Menschheit überlebt, müssen wir die gesamte Energiegewinnung auf regenerativen Ressourcen umstellen. So schnell und entschieden wie möglich. Die derzeit diskutierte Rückkehr zur Kohle ist auch als Übergangslösung nicht hilfreich. Die fossilen Ressourcen gehen zu Ende. Und vor allem: sie machen der Schöpfung den Garaus.

Übrigens: Auch in unseren Köpfen ist ein Wechsel von den fossilen zu den regenerativen Ressourcen angesagt. Das gilt auch für Kirche und Gesellschaft. Fossile Ressourcen: „Das war bei uns schon immer so!“ Oder: „Die Kirche denkt in Jahrhunderten!“ Oder: „Wir brauchen wieder eine stramme Führung!“ Die Geschichte lehrt, wohin solche Denkmuster führen: in geistige, soziale und religiöse Sackgassen. Auch die Natur lehrt es: Die fossilen Ressourcen in der Tiefe unserer Erde (Öl, Gas, Kohle) stammen aus abgestorbenen Organismen und führen nicht zum Leben. Anders die regenerativen Ressourcen: sie erneuern sich, wachsen, blühen, tragen Früchte. – Gilt dies nicht auch für die Ressourcen des Geistes?

Jemand hat mich darauf hingewiesen, dass das Wort „Ressource“ verwandt ist mit dem österlichen „Ressurrexit“ – zu Deutsch: „ER ist auferstanden“. Der Gedanke fasziniert mich: Ostern ist das Fest der regenerativen Ressourcen Gottes. Sie sind unerschöpflich. Der auferstandene Christus ist erst der Anfang. Er hat die Kraft, dass auch wir aus den fossilen Gräbern aufstehen und regenerativ werden. Tolle Aussicht!


Der Blick zurück, der Blick nach vorn, und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de


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