29.12.2023 Bruder Stefan Federbusch

Hoffnungsschimmer

<> Der Kommentar der Woche

Oft ist das, was uns beschäftigt, uns sorgt und uns Angst macht, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.


Bruder Stefan Federbusch

Die Zeit „zwischen den Jahren“ lädt – auch wenn es sie nur gefühlt gibt – zur persönlichen Rückschau auf das vergangene Jahr ein. Die „Worte des Jahres“ 2022 und 2023 werden darin ihren Platz haben oder bewusst ausgeklammert. „Zeitenwende“ und „Krisenmodus“ stehen für die zahlreichen Belastungen. Viele haben sich einen Schutzpanzer der Immunisierung gegen die Überflutung von schlechten Nachrichten zugelegt. „Das kann ich nicht mehr sehen, das will ich nicht mehr hören.“ Wenn Krise nicht einen Übergang markiert, sondern zum Dauerzustand wird, gerät das Gleichgewicht unserer Seele in Gefahr. Überforderung wird zum bestimmenden Lebensgefühl.

Doch wir brauchen das Kunstvolle und Schöne, das Liebevolle und Zuwendende, das Sehnsuchtsvolle und Traumhafte, das Poetische und Visionäre, das uns leben lässt in (Eigen)Verantwortung und (Selbst)Vertrauen. Damit unsere Herzkammer unsere Schatzkammer bleibt, aus der wir spirituell schöpfen können, gibt es für 2024 den „Hoffnungsschimmer“: Regelmäßig auf unserer Website einen Lichtstrahl der Zuversicht, der hoffentlich ins Herz geht und Dankbarkeit weckt, uns Kraft gibt, stärkt und ermutigt. Menschen erzählen ihr „Evangelium“, ihre „Frohe Botschaft“, ihre „Gute Nachricht“, einen Hoffnungsmoment des Alltags. Das wird uns immunisieren gegen Gewalt, aber sensibilisieren für den Frieden, immunisieren gegen Ungerechtigkeit, aber solidarisieren mit denen, deren Würde verletzt wird.

In diesem Sinne werden wir weiterhin freitags das Zeitgeschehen kommentieren, werden weiterhin im guten Sinn „politisch“ sein und unsere Stimme erheben. Dann können wir anderen zum Segen werden, wenn wir bene dicere – Gutes sagen, wie das lateinische Wort für Segnen lautet.

Gemäß dem Auftrag von Franziskus in seiner Ordensregel: „Und wenn wir sehen oder hören, wie man Böses sagt oder tut oder Gott lästert, dann wollen wir Gutes sagen und Gutes tun und Gott loben, der gepriesen ist in Ewigkeit“.

Allen ein gesegnetes Jahr 2024!


Der Blick zurück, der Blick nach vorn, und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de


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