01.02.2015 Redaktion Tauwetter

Die zwölf Lerchen – Französiche Franziskaner im KZ

Tauwetter ... franziskanische Zeitschrift für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Fanden im Konzentrationslager den Tod; Die französichen Franziskaner Gerard Martin Cendrier, Louis Paraire, Xavier Boucher und Roger Le Ber.
Fanden im Konzentrationslager den Tod; Die französichen Franziskaner
Gerard Martin Cendrier, Louis Paraire, Xavier Boucher und Roger Le Ber.

Zu Beginn des Jahres 1945 ist das Ende des Zweiten Weltkriegs absehbar. Deutsche Truppen sind an allen Fronten auf dem Rückzug, sie beseitigen nach und nach die Konzentrationslager, die alliierten Truppen rücken vor. Es ist in dieser Zeit, dass unter erbärmlichen Umständen vier franziskanische Ordensleute des Klosters Champfleury sterben.

Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1943; wie viele andere französische junge Männer werden auch zwölf Franziskaner von den Deutschen für die STO (Pflichtarbeitsdienst) zwangsverpflichtet und nach Köln geschickt. Dort gründen sie ein Netzwerk der Katholischen Aktion und des geistigen Widerstandes; eine sehr gefährliche Tätigkeit, weil ein Dekret der NS-Behörden alle apostolische Tätigkeit der französischen Arbeiter in Deutschland verbietet. Im Juli 1944 werden sie mit vielen anderen christlichen Aktivisten verhaftet, verurteilt und in ein Konzentrationslager in Buchenwald gebracht. Vier der Franziskanerbrüder lassen ihr Leben. Wer sind diese vier Brüder?

Bruder Gerard Martin Cendrier von Paris stirbt an Erschöpfung am  24. Januar 1945, im Alter von 25 Jahren.

Bruder Xavier Boucher aus den Vogesen stirbt ebenfalls an Erschöpfung, alleine, am 15. März 1945 im Alte von 24 Jahren.

Bruder Roger Le Ber, geboren in Landivisiau in der Bretagne, bleibt während der Evakuierung des Lagers Halberstadt erschöpft auf der Strecke und wird von einem deutschen Soldaten auf der Seite der Straße am 12. April 1945 im Alter von 25 Jahren erschossen.

Bruder Louis Paraire gebürtig aus Vincennes stirbt an Dysenterie (Ruhr) im Alter von 26 Jahren am 26. April 1945 in einem Eisenbahnwagen im Todeszug von Buchenwald in Richtung Dachau. 3

Ein kurzer Text des Archivars Bruder Hugues Dedieu fasst ihre Geschichte zusammen.

Die anderen Brüder überleben. Sie kommen am 28. April 1945 in das KZ Dachau und werden von amerikanischen Truppen am 29. April befreit. Einer von ihnen, Bruder Éloi Leclerc, erzählt ihre Geschichte in den Artikeln „Wir waren zwölf…“, im Jahre 1946 geschrieben, und „Der Sonnengesang in Nacht und Nebel“. Ein kurzes Interview mit dem 94 Jährigen wurde von Bruder Jürgen Neitzert festgehalten.

Wir danken Bruder Georg Andlinger sehr für seine ausgezeichneten Übersetzungen aus dem Französischen.

Kardinal Decourtray, Präsident der Bischofskonferenz von Frankreich, hat die Seligsprechung der vier Franziskaner als „Märtyrer des Apostolats“ am 14. September 1988 eingeleitet, zusammen mit der von anderen jungen Franzosen, insgesamt 50 Priester, Ordensleute, Seminaristen, Scouts, JOCMitglieder, Opfer des Nationalsozialismus.

„Paix et Bien“ – Frieden und alles Gute wünscht Ihnen Ihre Tauwetterredaktion

Titel der Ausgabe Tauwetter Nr. 2/Juli 2015
Titel der Ausgabe Tauwetter Nr. 2/Juli 2015/30. Jahrgang. Klick auf Bild öffnet PDF Datei

Inhalt

  • Die 12 Lerchen – Franziskaner als Zwangsarbeiter in Deutschland
    Bruder Jürgen Neitzert
  • Wir waren zwölf …
    Frére Éloi Leclerc
  • Der Sonnengesang in Nacht und Nebel
    Frére Éloi Leclerc
  • Interview mit Frére Éloi Leclerc
    Bruder Jürgen Neitzert
  • Vier Brüder starben als Märtyrer der Nächstenliebe
    Frére Hugues Dedieu

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