21.03.2017 Bruder Stefan Federbusch

27 Elemente franziskanischer Spiritualität: 2. Das Bedingungslose Gottvertrauen

Bedingungsloses Gottvertrauen und die Zuversicht, dass Gott den Menschen trägt und seine Wege leitet ist das zweite Element franziskanischer Spiritualität. Bild von Jörg Kleinschmidt / pixelio.de

Die Berufung von Franziskus war es, das Evangelium (griech. = gute Nachricht) zu leben. Bedingt durch die Vielfalt des Evangeliums ist es immer nur möglich, bestimmte Aspekte hervorzuheben und in eine bestimmte Lebensweise umzusetzen. Die Spiritualität (spiritus: latein. = Geist) eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen ist daher geprägt von dem Blickwinkel, von dem er bzw. sie auf das Evangelium schaut und von den Erfahrungen, die sein bzw. ihr Leben geprägt haben.

Da auch das Leben und Wirken von Franziskus äußerst vielfältig und vielschichtig ist, beschränkt sich die Darstellung auf einige wesentliche Grundzüge seiner Spiritualität sowie kurzer Hinweise auf Bestandteile einer franziskanischen Spiritualität heute.


In 27 Elementen reflektiert Bruder Stefan Federbusch die franziskanische Spiritualität und ihre konkrete Umsetzung. Das zweite Element besteht in einem Bedingungslosen Gottvertrauen, dass Gott selbst der Maßstab jeglichen Handelns ist.

27 Elemente franziskanischer Spiritualität

2. Bedingungslos auf Gott vertrauen

Kennzeichnend für Franziskus ist seine Unmittelbarkeit Gott gegenüber. Mehrfach betont er in seinen Schriften, dass Gott selbst es war, der ihn geführt hat. „Und nachdem mir der Herr Brüder gegeben hat, zeigte mir niemand, was ich zu tun hätte, sondern der Höchste selbst hat mir geoffenbart, dass ich nach der Vorschrift des heiligen Evangeliums leben solle“ (Test 14). Ebenso ist es Gott selbst, der andere Brüder in die Nachfolge seines Sohnes beruft: „Wenn jemand auf Gottes Eingebung hin dieses Leben annehmen will und zu unseren Brüdern kommt, werde er liebevoll von ihnen aufgenommen“ (NbR 2,1).

Wichtig ist Franziskus stets, dass Gott selbst der Maßstab des Handelns bleibt und nicht der Mensch bzw. Franziskus mit seinen Anweisungen. „Der Herr hat mir gegeben…“, dieser Grundklang aus seinem Testament durchzieht alle Weisungen von Franziskus. Sehr häufig fügt er in seinen Schreiben Wendungen an wie „wie der Herr ihnen die Gnade gibt“, „mit dem Segen Gottes“, „durch göttliche Eingebung“, „wie es ihnen nach Gottes Willen am ratsamsten erscheint“, „was immer der Herr ihnen eingeben wird“ usw. Gott ist die Wurzel, aus dessen Kraft er radikal, d.h. von dieser Wurzel her leben kann.

Bedingungslos auf Gott vertrauen bedeutet heute:

  • Entwicklung und Pflege der persönlichen Gottesbeziehung
  • Entwicklung einer eigenen Spiritualität
  • Suche nach der ganz persönlichen Berufung.

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