22.05.2017 Stefan Federbusch ofm

27 Elemente franziskanischer Spiritualität: 8. Dem armen demütigen Christus nachfolgen

Am Ende seines Lebens wird Franziskus mit den Wundmalen Christi gezeichnet. Zeichen der Ähnlichkeit nach rund zwanzig Jahren der Suche und Nachfolge. Ein „zweiter Christus“ wird man ihn später nennen.

Die Berufung von Franziskus war es, das Evangelium (griech. = gute Nachricht) zu leben. Bedingt durch die Vielfalt des Evangeliums ist es immer nur möglich, bestimmte Aspekte hervorzuheben und in eine bestimmte Lebensweise umzusetzen. Die Spiritualität (spiritus: latein. = Geist) eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen ist daher geprägt von dem Blickwinkel, von dem er bzw. sie auf das Evangelium schaut und von den Erfahrungen, die sein bzw. ihr Leben geprägt haben.

Da auch das Leben und Wirken von Franziskus äußerst vielfältig und vielschichtig ist, beschränkt sich die Darstellung auf einige wesentliche Grundzüge seiner Spiritualität sowie kurzer Hinweise auf Bestandteile einer franziskanischen Spiritualität heute.


In 27 Elementen reflektiert Bruder Stefan Federbusch die franziskanische Spiritualität und ihre konkrete Umsetzung. Im 8. Element franziskanischer Spiritualität steht die Nachfolge in den Fußspuren des „Armen Christus“, ausgerichtet am Evangelium im Mittelpunkt. Sie prägt die Ordensstruktur und bestimmt das Leben sowohl des Einzelnen, als auch der Gemeinschaft insgesamt.

27 Elemente franziskanischer Spiritualität

8. Dem armen demütigen Christus nachfolgen

Das Denken von Franziskus ist über weite Strecken christologisch geprägt. Die Welt, die Schöpfung hat in Christus ihre konzentrierende Mitte. Franziskus erkennt als seinen Auftrag, dem „armen demütigen Christus“ zu folgen. Er „entschloss sich, nicht für sich allein zu leben, sondern dem, der für alle gestorben ist; denn er wusste sich dazu gesandt“, so sein Biograph Thomas von Celano (1/2 C 35; vgl. 2 Kor 5,14f.).

In den Sonnengesang hat Franziskus durch die 33 Zeilen die Lebenszeit Jesu und durch die Beziehungen zwischen erster und letzter Strophe das Christusmonogramm hinein gewoben. Am Ende seines Lebens wird Franziskus auf dem Berg La Verna die Wundmale Christi in Form der Stigmata empfangen, Zeichen der Ähnlichkeit nach rund zwanzig Jahren der Suche und Nachfolge. Ein „zweiter Christus“ wird Franziskus später genannt werden.

Dem armen demütigen Christus folgen bedeutet heute:

  • Leben in den Fußspuren Christi
  • Vertiefung in sein Denken und Handeln

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