01.05.2016 Ottmar Deppisch

400 Jahre Wallfahrt in Dettelbach

Festgottesdienst mit Erzbischof Ludwig Schick

Mit einem feierlichen Segen entließ Erzbischof Ludwig Schick die feiernde Gottesdienstgemeinde.
Erzbischof Ludwig Schick segnet die Gottesdienstgemeinde in Dettelbach.

Seit 400 Jahren betreuen die Franziskaner die Wallfahrt zur schmerzhaften Mutter Gottes von Dettelbach. Dies war für die Ordensgemeinschaft und die Gläubigen ein Grund zum Feiern. Dies taten sie am Sonntag, dem 1. Mai, zusammen mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und Provinzial Cornelius Bohl. Zugleich mischte sich etwas Wehmut in die Feierlaune, denn das 401. Jahr wird das letzte für die Franziskaner in Dettelbach sein. Zum 31. Januar 2017 schließt das Kloster seine Pforten.

Zusammen mit Provinzial Cornelius Bohl, Dekan Peter Göttke und weiteren Vertretern der Geistlichkeit sowie den Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft Maria im Sand feierten die Franziskaner 400 Jahre Klostergemeinschaft Dettelbach. Als Zelebrant und Festprediger reiste Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg an. Er sei mit Dettelbach mehrfach verbunden, sagte er, denn auch aus dem Bistum Bamberg ziehen jedes Jahr viele Wallfahrer zum Gnadenort. Und selbst aus Fulda, wo er seine Wurzeln habe, machen sich Menschen auf den Weg zur schmerzhaften Mutter Gottes in der Wallfahrtskirche. In seiner Predigt stellte Schick fest, dass die Auflösung des Dettelbacher Klosters viele Menschen und auch ihn traurig mache. Dennoch gebe es allen Grund, das Jubiläum freudig zu feiern. In Anlehnung an den Hl. Ambrosius sagte er: „Wir wollen nicht traurig sein, dass wir sie verlieren, sondern dankbar, dass wir sie hatten.“ Die Franziskaner hätten in den 400 Jahren in Dettelbach segensreich gewirkt. Unzählige Menschen hätten sie seelsorgerlich und teilweise auch materiell betreut.

In den 400 Jahren, so Bischof Schick, haben Tausende von Franziskanern die Wallfahrt für zahllose Pilger zu einem geistlichen Erlebnis werden lassen. Beim Rückblick solle man mit den barmherzigen Augen Gottes sehen. Damit spielte er auf die Worte von Guardian Richard Heßdörfer an, der vorher allen Wohltätern des Klosters danke sagte, zugleich aber um Verzeihung für alle Schwächen und Fehler der in Dettelbach wirkenden Mitbrüder bat. Man müsse an den Freuden der Mitmenschen teilnehmen, aber ebenso an deren Leid und Trauer, so Schick. Die schmerzhafte Gottesmutter des Dettelbacher Gnadenbilds lade dazu ein, Mitleid zu haben. Sie zeige am Beispiel ihres sterbenden Sohnes auf ihrem Schoß, dass der Mensch nicht von der Hand, sondern an der Hand des Menschen sterben solle. Durch ihr beispielhaftes Verhalten beim Tode Jesu spendet sie den Wallfahrern Trost und Kraft. „Deshalb ist Dettelbach auch in Zukunft wichtig“, forderte Bischof Schick, „dafür haben die Franziskaner hier gelebt und gewirkt“. Schließlich wünschte der Erzbischof den Franziskanern einen ruhigen, gelassenen Abschied und ein gutes Ankommen an ihrer jeweiligen neuen Wirkungsstätte.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Armin Mosandl dankte dem Erzbischof und allen, die gekommen waren, um das Jubiläum mit zu feiern. Er stellte fest, dass die Schließung des Klosters zu Beginn des nächsten Jahres eine Zeitenwende ist für die Seelsorge in Dettelbach, die Wallfahrt und auch für die Stadt Dettelbach. Zugleich ließ er aber auch wissen, dass die Diözese den Fortbestand der Pfarrei und der Wallfahrt bereits zugesichert habe. Provinzialminister Cornelius Bohl stellte klar, dass die Franziskaner nicht sich selbst feierten, sondern Gott. Aber auch er sei mit gemischten Gefühlen zu dieser Feier angereist.

Im Anschluss an den Festgottesdienst feierten die Besucher im Innenhof des Klosters unter den Klängen der Dettelbacher Musikanten und bei bester Verpflegung noch einmal die Gemeinschaft mit ihren Franziskanern.

 

Erzbischof Ludwig Schick, Provinzial Cornelius Bohl im Kreise der Brüder und Ministranten.
Vor dem Dettelbacher Kirchportal: Erzbischof Ludwig Schick zusammen mit Franziskanern und Ministranten.

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