29.02.2016 Florian Ertl, stellvertr. Chefredakteur der Münchner Kirchenzeitung

Bruder Rafael, ein „Missionar der Barmherzigkeit“

Der Franziskanerpater Rafael Rieger ist einer von 19 Priestern in den deutschen Bistümern, die den Dienst des „Missionars der Barmherzigkeit“ ausüben.

Der Franziskanerpater Rafael Rieger ist einer von 19 Priestern in den deutschen Bistümern, die im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit den Dienst des „Missionars der Barmherzigkeit“ ausüben. Bild von Florian Ertl
Bruder Rafael hält einladend die Kirchentür in München St. Anna auf. Bild von Florian Ertl

„Ja, natürlich freue er sich über diese besondere Aufgabe“, sagt Bruder Rafael Rieger (42) und streicht sich über den Ärmel seines braunen Habits, „aber man sollte das jetzt auch nicht zu hoch hängen oder verkomplizieren“, fügt er hinzu.

Der Franziskaner und promovierte Kirchenrechtler ist von Papst Franziskus am Aschermittwoch in Rom als „Missionar der Barmherzigkeit“ (siehe „Wissenswert“) ausgesendet worden, eine Urkunde und lila Stola zeugen davon. Pater Rafael, der in der Nähe von Straubing aufwuchs, trat 1993 in den Orden ein und wurde 2001 zum Priester geweiht. Die Ewige Stadt kennt er gut, dort wirkte er in den vergangenen fünfeinhalb Jahre, zuerst in der Glaubens-, später in der Bildungskongregation des Vatikan. Seit Herbst 2015 ist er wieder in München, wo er im Franziskanerkloster St. Anna im Lehel lebt.

„Ich hab mich auf diese Aufgabe gar nicht groß vorbereiten können“, erklärt er freimütig. „Denn eigentlich ist das Anliegen des Papstes ein einfaches: Das Beichtsakrament neu ins Bewusstsein der Menschen bringen und Zeugnis von der Barmherzigkeit Gottes ablegen“. Letzteres ist für den Franziskanerpater „Auftrag und Selbstverständlichkeit – für jeden Priester, der seinen Dienst ernst nimmt und für jeden Christen, der seinen Glauben durch Worte und Werke überzeugt lebt.“

In St. Anna hat sich Bruder Rafael mit seinem Mitbruder, Pfarrer Hans-Georg Löffler, zusammengesetzt und überlegt, wie man dieser Ernennung nun auch Rechnung tragen könne. Erstes Ergebnis: Bis Ostern hat der „Missionar der Barmherzigkeit“ eine eigene Beichtzeit erhalten: Immer sonntags ist er von 17:30 bis 18:45 Uhr in einem Beichtstuhl in der Pfarrkirche St. Anna in München anzutreffen. Für einen individuellen Gesprächstermin sind er und seine Mitbrüder über die Klosterpforte erreichbar.

Wissenswert

Missionar der Barmherzigkeit

Pater Rafael Rieger ist einer von 19 Priestern in den deutschen Bistümern, die im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit den Dienst des „Missionars der Barmherzigkeit“ ausüben. Sie wurden am Aschermittwoch von Papst Franziskus ausgesendet.

Die Missionare sollen Priester sein, die sich durch Geduld auszeichnen und ein besonderes Verständnis für Menschen in Grenzsituationen haben. Durch ihre Predigt und im Spenden des Sakraments der Versöhnung machen sie die helfende Nähe des Guten Hirten sichtbar.

Die Missionare der Barmherzigkeit wurden vom Papst mit besonderen Vollmachten ausgestattet. So können sie auch von den Sünden lossprechen, von denen normalerweise nur der Apostolische Stuhl freisprechen kann. „Damit soll der Umfang ihrer Sendung sichtbar werden. Sie sollen vor allem ein lebendiges Zeichen dafür sein, dass der Vater jeden aufnimmt, der seine Vergebung sucht. Sie werden Missionare der Barmherzigkeit sein, denn sie sollen allen eine Begegnung voller Menschlichkeit anbieten, eine Quelle der Befreiung, einen Ort der Verantwortung, der es ermöglicht alle Hindernisse zu überwinden und das einst in der Taufe neu geschenkte Leben wieder aufzugreifen“, so der Papst.

Weltweit wurden 1.000 Geistliche mit diesen speziellen päpstlichen Vollmachten ausgestattet. Es ist geplant, dass die Bischöfe aus aller Welt die Missionare der Barmherzigkeit zu sich einladen.

Der Beitrag erschien am 29. Februar 2016 in den Münchner Kirchennachrichten.

 

 


Ein Kommentar zu “Bruder Rafael, ein „Missionar der Barmherzigkeit“

  1. Lieber Natanael,

    eben habe ich unsere neue Website besucht und ich möchte Dir zu dem Werk gratulieren. Die Aufbereitung ist übersichtlich und kann leicht gelesen werden. Sie vermittelt auch den Eindruck, dass wir Franziskaner hinter unserer Lebensform stehen und eine Zukunft haben, auch wenn uns sonst momentan der Wind ins Gesicht bläst. Hoffentlich hast Du genügend Zeit, um die Website laufend zu aktualisieren, damit sie spannend bleibt. Auch Nachrichten und Bilder aus dem Weltorden können für die Besucher interessant sein!

    Dir für Deine wichtige Arbeit Gottes Segen und brüderliche Grüße, Benedikt

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