29.05.2017

Gemeinsam Zukunft gestalten

Föderationsrat der deutschsprachigen Klarissenklöster zu Gast in St. Anna in München

Bruder Heinz-Jürgen führt Schwester Bernardette durch die Klosterkirche St. Anna.
Bild von Sr. Ancilla, Klarissenkloster am Dom in Münster.

Vom 8. bis zum 12. Mai tagte der Föderationsrat der deutschsprachigen Klarissenklöster mit ihrem Ordensassistenten Heinz-Jürgen Reker ofm im Münchener Franziskanerkloster St. Anna.

Ein wichtiger Gesprächspunkt war das Schreiben von Papst Franziskus an die beschaulichen Frauenorden. Neben grundsätzlichen Überlegungen zum beschaulichen Leben sind besonders die Passagen des Schreibens über die Klausur, zu denen leider noch die Ausführungsbestimmungen der Ordenskongregation fehlen, für die Gestaltung des zukünftigen Lebens der einzelnen autonomen Klöster von Belang. Aber auch die aktuellen Probleme der Klöster, die wie fast alle Orden und Klöster in der Bundesrepublik unter Nachwuchsmangel leiden, waren Gesprächsthemen der Tagung.

Der Föderationsrat dankte den Brüdern von St. Anna für die freundliche Aufnahme und das geschwisterliche Miteinander während der Tage der Zusammenkunft.


Die Klarissen stehen in der engen Nachfolge ihrer Gründerin, der heiligen Klara von Assisi. Sie fühlen sich dem Lebensideal und der konsequenten Ausrichtung am Evangelium im geistlichen Leben, eng mit Klara und Franziskus verbunden.

Klara wurde 1194 als Tochter reicher adliger Eltern geboren. Von früher Jugend an fühlte sie sich den Armen der Stadt Assisi verpflichtet. Die Biographen berichten, dass sie unbemerkt Speisen von ihrer Mahlzeit zur Seite stellte, um diese dann später unter die Armen zu verteilen.

Ihre besondere Hinwendung galt dem Heiligen Franziskus und seiner Bewegung. Sein Lebensideal und seine konsequente Ausrichtung am Evangelium, weckten in Klara das Verlangen, den Fußspuren Christi im Dienst an den Armen zu folgen. So beschloss sie auf ihren ganzen Besitz und alle ihre gesellschaftlichen Privilegien zu verzichten um sich der franziskanischen Bewegung anzuschließen.

In der Nacht auf den Palmsonntag verließ sie heimlich ihr Elternhaus und ihre Familie und begab sich zur Kapelle von Portiunkula im Tal von Assisi, wo Franziskus sie mit dem Ordensgewand bekleidete. Zunächst fand sie Aufnahme im Kloster der Benediktinerinnen in San Paolo in Bastia. Bald schlossen sich ihr die ersten Gefährtinnen an, die ebenso wie sie, den Armen im Geist des Evangeliums dienen wollten. Ihre Schwester Agnes, war die erste, die sich ihr anschloss.

Die Ordensgründerin von Assisi ist mit Franziskus durch eine gemeinsame geistige Grundlage verbunden. Diese Gemeinsamkeit drückt sich in den beiden Ordensregeln aus, die jeweils mit dem gleichen Wortlaut beginnen, nämlich die Lebensweise der Brüder beziehungsweise Schwestern sei es, „unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten“. Außerdem ist den beiden Heiligen das Armutsideal gemeinsam; es erwuchs aus der Treue zu Jesus, der als Neugeborener arm in einer Krippe lag und am Kreuz nackt und besitzlos gestorben ist. Kurz vor seinem Tod ermutigte Franziskus Klara und die Schwestern ihrer Gemeinschaft, von dieser Grundhaltung nicht abzuweichen, indem er als geistiges Vermächtnis folgende Worte an sie richtete: „Ich, der ganz kleine Bruder Franziskus, will dem Leben und der Armut unseres höchsten Herrn Jesus Christus und seiner heiligsten Mutter nachfolgen und darin bis zum Ende verharren. Und ich bitte euch, meine Herrinnen, und gebe euch den Rat, ihr möchtet doch allezeit in diesem heiligsten Leben und in der Armut leben.“

Am 11. August 1253 starb Klara nach langer Krankheit. Sie ist in der Basilika Santa Chiara in Assisi beigesetzt. Jedes Jahr feiern wir am 11. August den Festtag der Heiligen Klara um an ihr Leben und ihr Vorbild zu erinnern.

In den tagungsfreien Zeiten nutzten Schwestern und Brüder die Gelegenheit zum gemeinsamen Gespräch.
Bild von Sr. Ancilla, Klarissenkloster am Dom in Münster.

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